Was prägt die heutige Generation?
Die fünfte und sechste Generation muss sich heute in einem schwierigen und sich immer schneller wandelnden Marktumfeld behaupten. Der zunehmende Onlinehandel, steigende Kosten und ein verändertes Kaufverhalten der Kunden stellen uns dabei vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig sehen wir diese Veränderungen auch als Chance. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung, neue Ideen und die Bereitschaft, bestehende Strukturen immer wieder zu hinterfragen und anzupassen, gelingt es uns, auf die Veränderungen des Marktes zu reagieren und das Unternehmen zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen für den stationären Schuhhandel?
Durch das sich immer schneller wandelnde Marktumfeld, die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation und die damit verbundene Kaufzurückhaltung der Kunden müssen wir heute vieles dafür tun, um unsere Kunden weiterhin für den stationären Schuhhandel zu begeistern. Dies kann aus meiner Sicht vor allem durch ein positives Einkaufserlebnis, eine ansprechende Atmosphäre sowie eine persönliche und kompetente Beratung erreicht werden. Auch zusätzliche Services spielen dabei eine wichtige Rolle. Natürlich ist ebenso das passende Sortiment entscheidend. Dieses muss regelmäßig hinterfragt und an die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden angepasst werden.
Wie hat sich dadurch die Sortimentsarbeit verändert?
Meiner Meinung nach wird es in Zukunft immer wichtiger, neben etablierten Marken auch Zugang zu begehrten Trendmarken und aktuellen Trendmodellen zu haben und diese zum richtigen Zeitpunkt anbieten zu können. Gerade die jüngere Generation bildet sich häufig sehr schnell eine Meinung über ein Geschäft anhand der Marken und Modelle, die dort verfügbar sind – oder eben nicht.
Um Trends frühzeitig zu erkennen, ist für mich auch der Besuch von nationalen und internationalen Schuh- und Modemessen sehr wichtig. Diese bieten nicht nur die Möglichkeit, neue Marken und Produkte kennenzulernen, sondern dienen auch als wichtige Inspirationsquelle für die zukünftige Sortimentsgestaltung.
Welche Rolle spielt die digitale Sichtbarkeit, wenn der Verkauf weiterhin stationär stattfindet?
Eine große. Die Kundenansprache hat sich verändert. Neben klassischer Werbung, die aus unserer Sicht zunehmend an Bedeutung verliert, ist es heute wichtig, online sichtbar zu sein. Dazu gehört ein guter Social-Media-Auftritt auf Instagram und Facebook, aber auch die Präsentation unseres Sortiments über unsere Internetseite als eine Art digitales Schaufenster – auch wenn wir aktuell keinen Onlineversand betreiben.
Was kann der stationäre Handel dem Onlinegeschäft entgegensetzen?
Vor allem gut geschulte und motivierte Mitarbeiter. Die persönliche Beratung und die Möglichkeit, individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen, sind meiner Meinung nach klare Stärken des stationären Schuhhandels. Genau diese persönliche Nähe und Kompetenz gilt es auch in Zukunft zu nutzen und weiter auszubauen.
Dabei spielt auch die Orthopädie-Schuhtechnik eine wichtige Rolle. Durch die individuelle Versorgung mit Einlagen und anderen Hilfsmitteln können wir gezielt auf die persönlichen Anforderungen unserer Kunden eingehen und ihnen eine individuelle Lösung bieten.