Laut den Veranstaltern setzte die Messe in Mailand positive Signale für die globale Leder-, Material- und Zulieferindustrie. Modisch wird der nächste Winter edel und wertig.
14.10.2026
Petra Steinke
1 Minute
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Großflächig abgeteilte Hallen, breite Gänge: Die 108. Ausgabe der Lineapelle war ein Spiegel der aktuellen Marktlage. Obwohl die Messen zur H/W-Saison traditionell die stärkeren sind, war auch dieses Mal sichtbar, dass die Zahl der Aussteller im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung gesunken war (siehe Kasten auf Seite 29). Gleichwohl sehen die Verantwortlichen den Verlauf der Messe als Beleg für den hohen Bedarf an internationalem Austausch, Beschaffung und Produktentwicklung trotz der weiterhin spürbaren Zurückhaltung entlang der Lieferkette. Viele Marktteilnehmer berichteten von einer nach wie vor schwierigen Marktlage. Störungen in den Lieferketten beeinträchtigen Abläufe und sorgen für steigende Kosten. Zugleich macht sich die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher in vielen Märkten bemerkbar. Schuhhersteller versuchen entsprechend, bei der Materialauswahl einzusparen. Marktbeobachter sehen zudem, dass sich die Schuhproduktion weiter von Europa nach Asien verlagert. Es herrscht also Druck von allen Seiten.
Die Organisatoren hatten mit der Messe im September ihre Strategie fortgesetzt, die traditionelle Funktion als Sourcing-Plattform um weitere Elemente zu ergänzen. Diskussionsrunden, Präsentationen und Fachgespräche während der drei Messetage griffen zentrale Themen auf, die die Branche derzeit prägen: Kreativität und Innovation, Nachhaltigkeit und Technologie, Aus- und Weiterbildung sowie neue Marktszenarien. Die Aussteller zeichneten gegenüber schuhkurier ein gemischtes Bild. Vielen war aufgefallen, dass die Gänge nochmals verbreitert und Hallenbereiche abgeteilt worden waren. „Ich schaue jetzt auf einen schwarzen Vorhang, der von der Decke hängt“, so ein Gerber. Zugleich verlief die Veranstaltung aus Sicht etlicher Zulieferer besser als erwartet. Auf einen zunächst schwächer frequentierten ersten Tag folgte ein guter zweiter. Und: „Die Qualität der Besucher ist sehr gut“, so ein Lieferant von Sohlenmaterialien. Ein Schuhhersteller, der zu Besuch auf der Messe war, bemängelte ihren vergleichsweise späten Termin: „Im Februar ist die Messe früher, im September ist die Saison schon weiter vorangeschritten.“
Welche Farben und Materialien werden im Herbst und Winter des kommenden Jahres wichtig? Plüsch in unterschiedlichen Längen, rustikale Karomuster und Krokoprägungen dominieren das Bild – Indizien für eine weitere Rückkehr der Klassik und Eleganz. Naturtöne von Beige bis Mittelbraun bleiben relevant, werden aber durch Metallics ergänzt. Das Grünspektrum, vor allem Olivtöne, wird als wichtig besprochen. Rot- und Orangetöne bringen Eleganz ins Spiel.