„An Verantwortungslosigkeit nicht mehr zu überbieten“

„Corona-Wahnsinnsaktion“: Ringschuh schreibt Offenen Brief an Humanic

Die Rabattaktion von Humanic vor dem Beginn des Lockdowns in Österreich schlägt weiter hohe Wellen. Die Verbundgruppe Ringschuh veröffentlichte einen Offenen Brief.

Mehrere Händler in Österreich, darunter auch Humanic, versuchten am vergangenen Wochenenden mit hohen Rabatten Ware loszuschlagen. Vor einzelnen Geschäften bildeten sich aufgrund der Zutrittskontrollen lange Menschenschlangen. Das sorgte verbreitet für Kritik. Unter der Überschrift „Pandemie & Corona – was ist das?“ wendet sich die Verbundgruppe Ringschuh an die Leder & Schuh AG, Muttergesellschaft von Humanic. „Täglich werden wir aufgefordert, soziale Kontakte und Massenansammlungen zu vermeiden“, heißt es in dem Schreiben, das von der Geschäftsführung und den Beiräten der Ringschuh „im Namen von sehr vielen Schuhhändlern“ unterzeichnet wurde.

Die Haltung der Leder & Schuh AG wird darin folgendermaßen beschrieben: „Scheißdrauf, wir machen schnell ein paar Millionen, entschuldigen uns, und beantragen dann staatliche Unterstützung. Schuld sind eh die Kunden, wenn sie kommen.“ Die Aktion sei verantwortungslos, gefährlich und pandemietreibend gewesen, so die Ringschuh. Das Argument, man habe den Kunden vor dem Lockdown noch eine Freude bereiten wollen, anstatt auf der Winterware sitzen zu bleiben sei ein Verantwortungslosigkeit nicht mehr zu überbieten. „Sie sollten verpflichtet werden, den Erfolg dieser Aktion als Spende für Krankenhäuser, Ärzte und Pflegepersonal zur Corona-Behandlung aufzuwenden und von staatlichen Hilfsprogrammen ausgeschlossen werden“, endet der Offene Brief.

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Helge Neumann / 18.11.2020 - 09:28 Uhr

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