JD Sports hat ausgewählte Modelle der Marke Yeezy in sein US-Sortiment aufgenommen. Für die Marke ist dies die erste größere Handelspartnerschaft, nachdem Adidas die Kooperation im Jahr 2022 infolge antisemitischer Äußerungen von Kanye West beendet hatte. Zuletzt wurden Yeezy-Produkte ausschließlich über eigene Vertriebskanäle verkauft.
Angeboten werden bei JD Sports futuristische Casual Schuhe, ein Slip-on für Damen und Herren sowie eine Pantolette für Damen. Der Filialist bewirbt die Modelle mit der Aufforderung: „Lehnen Sie Konformität ab und werden Sie Teil der Avantgarde – mit dem gewagten, skulpturalen Design der Yeezy AQ-01 Casual Schuhe.“
Mit dem Schritt setzt JD Sports offenbar auf die weiterhin hohe Bekanntheit und Anziehungskraft der Marke. Branchenbeobachter sehen darin jedoch auch ein Reputationsrisiko. Gegenüber dem Spiegel bezeichnete der US-amerikanische PR-Experte Eric Yaverbaum die Kooperation als kritisch. Unternehmen müssten sich die Frage stellen, ob sie bereit seien, künftig mit möglichen weiteren Kontroversen um Ye in Verbindung gebracht zu werden.
Zuletzt hatte der Künstler in öffentlichen Anzeigen auf seine bipolare Störung verwiesen und sich reumütig gezeigt. Beobachter bewerten dies als Teil der Strategie, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen.
Gleichzeitig gilt der Deal als Hinweis darauf, dass Yeezy trotz der Skandale weiterhin über erhebliches Marktpotenzial verfügt. Zu Zeiten der Partnerschaft mit Adidas erzielte die Marke Schätzungen zufolge einen Jahresumsatz von deutlich über einer Milliarde Euro. Mit JD Sports erhält Yeezy nun erstmals wieder Zugang zu einem internationalen Handelsnetzwerk – zunächst allerdings ausschließlich in den USA.
2022 hatte Adidas die hochdosierte Kooperation mit Kanye West beendet, nachdem der Rapper wiederholt mit antisemitistischen Äußerungen und öffentlich bekundeten Sympathien für Adolf Hitler für Aufsehen gesorgt hatte. Seitdem vertrieb Ye seine Produkte in Eigenregie. Ende 2024 hatte Adidas die restlichen Yeezy-Bestände abverkauft. Das Unternehmen hatte seine Prognosen zunächst heruntergeschraubt, konnte durch die Abverkäufe aber erhebliche Umsätze generieren.