Die bei niedrigen Pegelständen von den Wasserstraßen zu verlagernden Gütermengen seien zu groß, um die entstehenden Engpässe mit zusätzlichen Lang-Lkw aufzufangen, teilte der VDV in einer Mitteilung am 13. August mit. Zudem verweist der Verband auf bereits stark belastete Straßen und Brücken.
Als Alternative fordert der VDV, den Schienengüterverkehr sowie Umschlagterminals für den Kombinierten Verkehr stärker auszubauen. Nach Angaben des Verbands lag der Förderbedarf für entsprechende Terminals aus den Anträgen des Jahres 2025 bei mehr als 600 Mio. Euro. Für 2026 seien im Bundeshaushalt 90 Mio. Euro vorgesehen, für 2027 derzeit 73 Mio. Euro.
„Die anhaltenden Niedrigwasserlagen auf deutschen Wasserstraßen zeigen, wie verletzlich wichtige Teile der Logistikketten sind. Es wird deutlich, dass wir unsere Verkehrs- und Versorgungswege härten, resilient und redundant aufbauen müssen. Aus unserer Sicht braucht es dafür vor allem nachhaltige und wirksame Konzepte, um die Rahmenbedingungen für den Gütertransport in Deutschland und Europa deutlich zu verbessern. Vor allem auf der Schiene gäbe es Potenzial für erhebliches Wachstum im Güterverkehr, wenn die Rahmenbedingungen besser wären. Dazu gehört insbesondere eine deutlich bessere Förderung von Terminals des Kombinierten Verkehrs, um das deutsche Netz resilienter, leistungsfähiger und verlässlicher zu machen. Denn gerade im Kombinierten Verkehr zeigt sich, wie sich Verkehrsträger gegenseitig stärken können. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die dafür nötigen politischen Beschlüsse herbeizuführen, um die KV-Infrastruktur zu stärken und in den kommenden Jahren besser auf Extremwetterlagen vorbereitet zu sein. Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht dauerhaft verlässliche Transportwege für seine Waren und Güter“, so VDV-Vizepräsident Joachim Berends.
Zuvor hatte der Handelsverband Deutschland (HDE) angesichts des Niedrigwassers für eine Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten von Lang-Lkw geworben.
Lang-Lkw der Typen 2 bis 5 mit Längen von bis zu 25,25 Metern sind in Deutschland bereits seit 2017 dauerhaft zugelassen, dürfen grundsätzlich jedoch nur auf einem festgelegten Streckennetz verkehren. Die Zulassung des bis zu 17,88 Meter langen Lang-Lkw Typ 1 ist derzeit bis Ende 2026 befristet.