„Es geht um die Schaffung von Liquidität“

Nach Shitstorm: Das sagt der Humanic-Chef

Michael Rumerstorfer (Foto: Leder & Schuh)
Michael Rumerstorfer (Foto: Leder & Schuh)

Humanic hat für eine Rabattaktion vor Beginn des harten Lockdowns in Österreich viel Kritik einstecken müssen. Nun äußerte sich Humanic-Chef Michael Rumerstorfer in einem Interview.

In einem Interview mit der Tageszeitung Kurier (Paywall) erklärt Michael Rumerstorfer, Vorstand der Leder & Schuh AG, den Hintergrund der vielfach kritisierten „50% auf alles“ Aktion, die zu langen Schlangen vor den Humanic-Filialen gesorgt hatte. Er habe „in der Hitze des Gefechts“ versucht, vor dem zweiten Lockdown noch möglichst viel Saisonware abzuverkaufen, so Rumerstorfer. „Wenn wir jetzt Minus-50%-Aktionen machen, geht es nicht ums Geld verdienen. Es geht um die Schaffung von Liquidität.“

Er rechne zwar mit 40% Umsatzersatz durch die Regierung in Wien, allerdings auch mit einer Deckelung auf 3 Mio. Euro. Michael Rumerstorfer: „Und das bei 140 Geschäften in Österreich und 2.200 Mitarbeitern – und jetzt wird das Weihnachtsgeld fällig. Es gibt noch viele offene Fragen. Und das Ganze ausgerechnet jetzt. Der November ist traditionell einer der umsatzstärksten Monate im Schuhhandel – und normalerweise auch der margenstärkste, weil es um diese Zeit sonst so gut wie keine Abverkäufe gibt.“

Auch das wachsende Onlinegeschäft könne den Umsatzausfall nicht kompensieren. Daher geht der Leder & Schuh-Vorstand nicht davon aus, dass das Geschäftsjahr 2020 noch zu retten sei. „Nach sechs Wochen Lockdown im Frühjahr und weiteren drei Wochen jetzt, ist nicht davon auszugehen, dass wir das aufholen.“

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Helge Neumann / 17.11.2020 - 11:23 Uhr

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