Der Verband warnt vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage in der spanischen Schuh- und Zulieferindustrie. Sinkende Produktionszahlen, steigender Importdruck und der Verlust von Unternehmen und Arbeitsplätzen belasteten die gesamte Wertschöpfungskette.
„Wir sprechen nicht von einzelnen Unternehmen, sondern von einer vollständigen Wertschöpfungskette“, so AEC-Generaldirektor Álvaro Sánchez. „Die Unternehmen können nicht mehr verkraften. Wir brauchen eine sofortige, koordinierte und branchenorientierte institutionelle Reaktion.“
Nach Angaben der AEC sank die Zahl der spanischen Schuhhersteller der Wirtschaftsklasse CNAE 15.20 innerhalb von fünf Jahren von 3.280 auf 2.131 Unternehmen. Das entspricht einem Rückgang um 35 %. Allein 2025 hätten 195 Betriebe geschlossen.
Auch die Industrieproduktion entwickelte sich nach Verbandsangaben negativ. Der Produktionsindex der spanischen Schuhindustrie lag 2025 um 9,2 % unter dem Vorjahreswert. Im April 2026 betrug der Rückgang 29,1 %.
Im Mai 2026 waren in der Schuh- und Lederindustrie durchschnittlich 35.806 Menschen beschäftigt. Gegenüber Mai 2025 entspricht dies einem Minus von 1.704 Beschäftigten beziehungsweise 4,5 %.
2025 exportierte Spanien 167,7 Mio. Paar Schuhe im Wert von rund 3,39 Mrd. Euro. Gleichzeitig wurden 370,8 Mio. Paar im Wert von etwa 5,25 Mrd. Euro importiert. Nach Angaben der AEC kamen 83,5 % der eingeführten Schuhe aus Asien, darunter 198 Mio. Paar aus China. Das Handelsdefizit belief sich auf rund 1,86 Mrd. Euro.
Die AEC verlangt unter anderem Finanzierungs- und Investitionshilfen für kleine und mittlere Unternehmen, weniger administrative Belastungen sowie Maßnahmen zur Förderung von Innovation, Digitalisierung, Internationalisierung und Produktion in Spanien. Zudem fordert sie stärkere Kontrollen und handelspolitische Instrumente gegenüber Importen aus Asien.