Der aktuelle Mittelstandsmonitor der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand zieht eine ernüchternde Bilanz der politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Auf einer Skala von -3 bis +3 bewerten die befragten Verbände die Gesamtsituation mit -2, ähnlich negativ wie im Vorjahr.
Als Ursachen nennt die AG Mittelstand unter anderem die geopolitische Unsicherheit, die unberechenbare US-Handelspolitik sowie strukturelle Probleme im Inland. Trotz staatlicher Investitionsprogramme und Infrastrukturmaßnahmen bleibe der Aufschwung aus. „Die Ergebnisse des Mittelstandsmonitors wertet die AG Mittelstand als deutlichen Weckruf“, so Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft, und er braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, damit Investitionen wirken können.“
In ihrem Bericht fordert die AG Mittelstand konkrete Schritte – darunter schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, verstärkter Einsatz von Digitalisierung und KI in Behörden. Auch mehr Gründungsförderung und Wirtschaftsbildung an Schulen wird gefordert, ebenso wie eine Stromsteuer auf EU-Mindestniveau für alle Unternehmen und den Ausbau von Netzen und Speichern. Zudem sollen kleine und regionale Kreditinstitute entlastet und angekündigte Vereinfachungen zügig umgesetzt werden. Zuletzt fordert die AG Mittelstand eine frühere Umsetzung geplanter Entlastungen und eine Vereinfachung der Besteuerung insbesondere für Personenunternehmen.