Wie bereits die GDS in Düsseldorf beeinflussten das Wetter und die angespannte Situation im Handel die Fashion Days der ANWR. Schneefall im Norden und Dauerregen sowie Kälte im übrigen Land waren keine guten Rahmenbedingungen für erfolgreiches Ordern. Entsprechend blieb die von den Verantwortlichen erhoffte Steigerung der Besucherzahlen in Mainhausen aus.
Die Schuhbranche scheint aktuell in eine Schockstarre verfallen zu sein. Auch erfahrene Schuhhändler können sich kaum an eine vergleichbare ‘Dürreperiode’ im Handel erinnern. “Es ist grausam, was draußen gerade passiert, einfach grausam. So eine Flaute habe ich noch nie erlebt”, berichtete Elvira Münchberg, Schuhhändlerin aus Hann, Münden. Ähnlich dürfte es derzeit vielen Unternehmern gehen. Die neue Sommerware ist da, die Lager sind voll, aber die Geschäfte leer. “Die Händler machen sich zusätzlich gegenseitig verrückt”, sagte eine Ausstellerin.
“Natürlich ist es momentan bitter, aber das darf doch keine Auswirkungen auf die Order für die nächste Saison haben!” Schließlich könne es in vier Wochen schon wieder ganz anders aussehen. Und trotzdem konnten sich viele ANWR-Mitglieder offenbar nicht vom aktuellen Kassenstand frei machen und im üblichen Rahmen ordern. “Die neue Ware im Handel ist richtig”, ist auch Fritz Terbuyken überzeugt. “Was fehlt, ist der Kaufimpuls. Die Händler ordern momentan auf Sicht.” Laut dem ANWR-Warenvorstand kamen ebenso viele Händler wie im Vorjahr zu den Fashion Days. “Witterungsbedingt und aufgrund der Situation im Handel ist der gewünschte Besucheranstieg leider ausgeblieben”, sagte er. Er sei dennoch nicht unzufrieden. “Die Mitglieder haben die Öffnung der Halle 5 und die über 30 Neuaussteller positiv bewertet. Vor allem der Bereich Scala hat gut funktioniert.”
“Ich bleibe vernünftig”
“Diese Messe zeigt, dass wir alle im gleichen Boot sitzen”, erklärte Sascha Patschull vom schwedischen Label Ten Points. “In den Geschäften sind keine Kunden unterwegs und hier auf der Messe auch nicht.” Dabei sei der Termin und die Veranstaltung prinzipiell richtig und wichtig. “Viele Händler sind mit angezogener Handbremse unterwegs”, beschrieb Nicola Iammarrone von Khrio das aktuelle Orderverhalten. Die Order werde möglichst weit nach hinten verschoben oder erheblich reduziert. Elvira Münchberg sieht dazu keine Alternative: “Ich bleibe vernünftig und kaufe weniger ein.”
Zu den Ausstellern, die mit dem Verlauf der ANWR Fashion Days zufrieden sein konnten, zählte neben SPM auch Maripe. “Für uns lief es bereits in Düsseldorf gut, und auch hier war die Resonanz ermutigend”, sagte Mattia Panizollo von dem italienischen Label.
Die neue Messesaison in Mainhausen startet am 29. und 30. Juli mit der ANWR First.