Wer sich in seiner Freizeit an Barfußschuhe gewöhnt hat, muss sich bei der Arbeit eventuell wieder an das einengende Gefühl konventionellen Schuhwerks einlassen. Denn auf der Baustelle oder in der Fabrik können zertifizierte Arbeits- und Sicherheitsschuhe Pflicht sein. Baak will mit dem im September auf den Markt gebrachten Modell Phoenix ein Produkt anbieten, das die Anforderungen von Barfuß- und Arbeitsschuh miteinander vereinbaren soll, wie Sonja Arians, Schuhmodelleurin bei Baak, erklärt: „Unser Anspruch war, so viel Barfußschuh wie möglich und so viel Sicherheitsschuh wie nötig zu entwickeln.“ Den Schuh zu designen, und zwar so, dass er auch die Anforderungen der Arbeitsschuh-Zertifikate einhält, war eine Herausforderungen: Für den S3-Sicherheitsschuhstandard nach EN ISO 20345 müssen Schuhe einen Durchtrittschutz und eine Zehenschutzkappe haben, die bei normalen Barfußschuhen nicht vorgesehen sind. Außerdem wird eine Mindestdicke für die Sohle vorgeschrieben, während Barfußschuhe normalerweise so dünn und flexibel wie möglich sein sollen.
Kompromisse dank alter und neuer Technologien
Wie bei gewöhnlichen Barfußschuhen hat der Phoenix eine Decksohle ohne Höhendifferenz zwischen Ferse und Vorfuß. Um Barfußschuh-Anfängern den Übergang zu erleichtern, ist bei den Schuhen zusätzlich eine Einlegesohle mit einer leichten Sprengung von 7 mm beigelegt. Eine Neuanfertigung für den Schuh ist der Durchtrittschutz Neo Shield. Dieser besteht aus recyceltem Material und ist laut Baak besonders dünn und leicht, er biete dennoch 20% mehr Schutz, als es die Norm erfordert und ermögliche eine besonders schelle Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe. Oftmals habe Baak die Lösung der Probleme bei bewährten Technologien gefunden. Für die Konzipierung des Barfußschuhs hilfreich war zum Beispiel das bereits bestehende Go&Relax-System: Mit diesem stellt Baak Schuhe mit einer Zehenschutzkappe her, die dennoch ein natürliches Abknicken der Zehen erlaubt. Auch für die Zwischensohle wurde EVA als Material mit ausreichend Flexibilität gewählt. Für die Konzeption hat sich der Sicherheitshersteller mit Experten aus der Barfußschuh Community ausgetauscht, so der Technische Direktor Karsten Keidel: „Vor allem diese Flexibilität war für die Barfuß-Community wichtig. Den Ansprüchen an einen Barfußschuh in Kombination mit der Norm-Erfüllung gerecht zu werden, war eine echte Herausforderung. Wir haben mit dem Phoenix das beste Ergebnis aller Kompromisse erreicht und sind stolz darauf, die höchste Norm-Anforderung S3S erfüllt zu haben.“ Der Schuh wird sowohl in Barfußschuhgeschäften als auch bei Anbietern von Arbeitskleidung angeboten. Das erste Fazit von Baak-Geschäftsführer Ingo Grusa: „Grundsätzlich erleben wir einen ’Run‘ auf unseren Phoenix: Die erste Order war schnell vergriffen, für die zweite gibt es zahlreiche Vorbestellungen.“ Der Hersteller hat bereits angekündigt, weitere Entwicklungen im Minimalschuhbereich zu planen. Unter anderem wird an Sandalen und Stiefeln gearbeitet.