Das Ergebnis ist das weltweit erste expandierte thermoplastische Polyurethan (E-TPU), das die BASF ab sofort unter dem Namen Infinergy vermarkten wird. Die erste Anwendung dieses vollkommen neuen, geschlossenzelligen Partikelschaumstoffs ist vor kurzem auf den Markt gekommen: der neue Laufschuh Energy Boost von Adidas, den der Sportartikelhersteller in enger Zusammenarbeit mit BASF entwickelt hat. Damit kann BASF nun vom Hartschaum (EPS) bis zum weichelastischen Schaumstoff (E-TPU) ein umfassendes Portfolio an Partikelschaumstoffen anbieten.
Als Partikelschaum hat Infinergy ein geringes Schüttgewicht mit einer Dichte von rund 110 Kilogramm pro Kubikmeter sowie, nach der Verarbeitung auf handelsüblichen Formteilautomaten, ein Formteilgewicht zwischen 200 und 320 Kilogramm pro Kubikmeter. Damit liegt der neue Schaumstoff zwischen dem im Allgemeinen leichteren expandierten Polystyrol (EPS) beziehungsweise Polypropylen (EPP) und den schwereren elastomeren Polyurethanschäumen. Dank seiner geschlossenzelligen Struktur nimmt Infinergy außerdem wenig Wasser auf – unter zwei Volumenprozent in 24 Stunden. Wie der Ausgangsstoff TPU zeichnet es sich darüber hinaus durch eine hohe Bruchdehnung (je nach Dichte zwischen 100 und 150 Prozent), Zugfestigkeit (rund 600 Kilopascal) und Abriebbeständigkeit sowie eine gute Chemikalienbeständigkeit aus.
An Infinergy fällt vor allem sein hohes Rückstellvermögen auf, das u.a. auf die geschlossenen Zellen des Schaums zurückzuführen ist. Das macht es zum derzeit elastischsten Partikelschaumstoff auf dem Markt. Bei der Prüfung der Rückprall-Elastizität nach ISO 8307 (Kugelrückpralltest) beziehungsweise nach DIN 53512 (mit definiertem Pendelhammer) zeigt sich, dass E-TPU eine Rücksprunghöhe von rund 55 Prozent erreicht. Sie liegt somit deutlich über anderen Partikelschaumstoffen wie EPS (unter 20 Prozent) oder EPP (30 Prozent). Sein hohes Rückstellvermögen verliert Infinergy auch nicht bei Dauerbelastung: Bei einem Dauerschwingversuch mit dynamischen Belastungen von fünf Zyklen pro Sekunde und 250 Kilopascal konstantem Druck schneidet das Material im Vergleich zu EPE um rund 75 Prozent besser ab. Nach 40.000 Belastungszyklen verfügt E-TPU noch über eine Prüfkörperdicke von 37 Millimetern (Ausgangswert: 40 Millimeter), EPE hingegen bleibt dauerhaft gestaucht und die Dicke des Prüfkörpers reduziert sich auf rund neun Millimeter. Infinergy gibt die zugeführte Energie also weiterhin beinahe vollständig zurück. Außerdem bleibt Infinergy – anders als andere Schäume – auch über eine weite Temperaturspanne hochelastisch und weich: So zeigt sich bei einer dynamisch-mechanischen Analyse, dass Infinergy auch bei extremen Temperaturen von minus 20 Grad Celsius noch eine hohe Elastizität und Weichheit besitzt und sich nicht versteift.