“Wir können nicht so weitermachen wie immer”: Bread&Butter-President Müller nahm Kritikern am zweiten Messetag den Wind aus den Segeln. Die Branche stehe vor einem Umbruch – und dieser werde auch auf dem Messegelände am ehemaligen Flughafen Tempelhof deutlich. Zuvor wurden kritische Stimmen laut, der Messemacher habe vergangene Saison bedeutenden Marken eine Absage erteilt und sein Ausstellerportfolio bewusst selektiert, um dann in der aktuellen Ausgabe einen gesamten Hangar an die dänische Bestseller-Group mit konsumigen Kollektionen wie Vero Moda, Only und Jack&Jones zu vermieten.
“Die Bestseller-Gruppe führt starke Marken und passt zur Bread&Butter”, wehrte sich Müller. Gerade in den herausfordernden Zeiten müsse eine Messe Marken präsentieren, mit denen der Handel Geld verdiene, so Müller weiter.
Vorwürfen, die Bread&Butter habe mit ihrer Ursprungsidee nichts mehr zu tun, entgegnete Müller: “Wir können nicht weitermachen wie bisher, wir entwickeln uns weiter. Jede Saison wird aufs Neue geprüft mit welchen Marken wir zusammen arbeiten. Die Messe heute entspricht dem Angebot im Markt.” Im Zuge dessen wurde die Änderung des Untertitels von ‘tradeshow for selected brands’ in ‘tradeshow for successful brands’ thematisiert. Karl-Heinz Müller dazu: “Damit drücken wir aus, dass wir nicht Marken auswählen, die allein uns gefallen – sondern erfolgreiche Marken, die zu uns und unseren Händlern passen.”
“Wir können nicht so tun als sei alles heile Welt gerade”, kommentierte der Bread&Butter-Chef die Herausforderungen in der Branche, “das Internet hat eine regelrechte Internetphobie im stationären Handel ausgelöst, hinzu kommt der neue Wettbewerb aus dem Low Price Sektor wie z.B. Primark. On top haben wir eine Krise, die nach Südeuropa auch England erreicht hat. Das spüren wir hier”, so Müller. Auch für die geringere Frequenz auf der Messe hatte der Veranstalter eine Erklärung: “Mit unser neuen Besucherregelung fallen viele Leute weg, die im Kern nichts mit der Branche zu tun haben. Ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung.” Seit dieser Ausgabe der Berliner Messe müssen alle Besucher, die keine Einkäufer, Mitarbeiter der Aussteller oder Presse sind, 500 Euro Eintritt zahlen. “Ich hätte sogar mehr verlangt”, so Müller, “wem die Messekontakte den Beitrag nicht wert sind, der soll zu Hause bleiben.”
Über Neuheiten zu der 30. Bread&Butter wollte Karl-Heinz Müller keine weiteren Angaben machen: “Ich rede nicht über ungelegte Eier. Aber wir werden uns weiter verändern, so wie jede Saison.” Das Motto der Messe werde sehr stark auf Berlin gerichtet sein, führte Müller weiter aus und wies erneute Gerüchte über einen Weggang der Messe aus Berlin ab.
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