Laut den Marktexperten von BBE Handelsberatung und Marketmedia24 habe die Branche Hoffnung auf Zuwachs. Denn das Marktszenario weise im günstigsten Fall bis 2020 einen Anstieg des Marktvolumens auf 1,98 Mrd. Euro aus.
Wie immer man die modernen Variationen der guten alten körperliche Betätigung an der frischen Luft auch nennen will: Outdoor liegt den Experten zufolge absolut im Trend. Seien es die rüstigen ’Silver Wanderer‘ oder die ’Extrem-Junkies‘ – für sie alle ist Outdoor in. Trotzdem stagnierten die Brutto-Erlöse in 2014 bei durchschnittlich 22 Euro pro Kopf und Jahr in Deutschland. Gründe und Hintergründe für diese Diskrepanz sowie Trends für den Markt beleuchten zwei Jahre nach Erscheinen der letzten Studie jetzt Marktanalytiker und Experten der Branche im neuen ’Markt:Monitor Outdoor‘.
Die Fakten, die das Marktgeschehen in den nächsten Jahren maßgeblich beeinflussen, diskutieren Marktkenner wie Jochen Schnell, Vorstand bei Intersport Deutschland. Er warnt davor, dass der schwache Euro die Branche zu Preissteigerungen zwingen kann. Stefan Rosenkranz, Geschäftsführer Oberalp Deutschland GmbH, erwartet neue Dynamik über digitale Produkt-Technologien, die in die Branche vordringen werden. Und Klaus Lehner, Geschäftsführer Bergzeit GmbH mahnt zur Vorsicht vor zu großer Multichannel-Euphorie, denn diese Strategie müsse man sich auch leisten können.
Fachhandel behauptet sich
Laut der Studie haben in den letzten acht Jahren außer dem Facheinzelhandel, der sich behaupten konnte, alle anderen Anbieterformate zugunsten des Online-Handels Marktanteile abgeben müssen. Durch die technischen Entwicklungen seien zum Beispiel Produkte viel leichter als bisher zu personalisieren, die Maßanfertigung könnte zum Normalfall werden.
Insbesondere die spezialisierten Outdoor-Geschäfte und Marken-Stores folgen der sogenannten Multichannel-Strategie und verkaufen nicht nur in ihren stationären Geschäften, sondern parallel dazu auch über das Internet. Dennoch wird der stationäre Fachhandel laut den Studienergebnissen das Spielfeld nicht verlassen, sagt BBE-Branchenexperte Dominik Nuss: „Es gibt genügend Gründe und Kräfte für die Zukunft des Fachhandels. Outdoor-Artikel sind beratungsintensiv, und kompetente Beratung gibt es fast ausschließlich im Fachgeschäft bzw. Fachmarkt. Selbst komplexe Internetauftritte mit Beratungsleitfäden oder Beratungsvideos können das persönliche Gespräch mit dem meist selbst sportlich aktiven Verkäufer nicht ersetzen.“ Insofern fördert der Online-Auftritt sogar den stationären Umsatz.
Wenn es den Marktteilnehmern dagegen nicht gelänge, sich jenseits der Preisorientierung mit Marken oder Mehrwerten zu positionieren, werde der Verbraucher deswegen nicht auf Outdoor-Aktivitäten verzichten. Doch diesen könne er mangels entsprechenden Angeboten durchaus auf kostengünstige Weise nachkommen. Laut BBE schießt dieses pessimistische Marktszenario den Ball komplett ins Feld der preisorientierten Vertriebswege, was auch für Markenstrategien kontraproduktiv sein werde.