Um sich dem digitalen Wandel anpassen zu können, erwartet der Handel von seinen Lieferanten, dass diese ihn auf elektronischem Wege mit Bilddateien und Produktbeschreibungen bis hin zu Markenlogos versorgen. Denn Ware selbst zu fotografieren ist für den Einzelhandel sehr aufwändig und rechnet sich in den meisten Fällen nicht.
Einige Schuh-Lieferanten haben sich bereits entschieden, den Bildtransfer zum Handel zu intensivieren. Denn es liege auch im Interesse von Markenfabrikanten, wenn (nur) das von ihnen produzierte Bildmaterial in der Onlinewelt kursiert, betont der BDSE. Wobei der Schuhhandel Produktfotos nicht nur für den digitalen Auftritt benötige. Auch für klassische interne Handelsabläufe seien Bilder hilfreich, so beispielsweise bei der Information der Mitarbeiter, in der Filiallager-Logistik oder beim Kassiervorgang. Zudem würden Nachbestellungen und Preisänderungsvorgänge mit Hilfe von Artikel-Abbildungen vereinfacht.
Der BDSE appelliert daher erneut an die Lieferanten des Schuheinzelhandels, ihren Handelskunden geeignete Artikel-Bilddaten, Markenprofile und Kampagnenfotos zur Verfügung zu stellen. Online-Dienstleister wie schuhe.de oder Mifitto versuchen, über die Produktfotografie die derzeitigen Lücken zu schließen, und übernehmen damit einen wichtigen Service für den Schuhhandel. Aber auch dort sei der Aufwand entsprechend hoch und müsse letztlich vom Einzelhandel getragen werden. Die Bilderstellung durch den Handel kann dem BDSE zufolge nur eine Übergangslösung sein.
Der Schuhhandel benötige die Abbildungen formatgerecht für diverse Anwendungen und Endgeräte, von der Warenwirtschaft bis zu Mobile und E-Commerce. Damit das Handling im Einzelhandel möglichst komfortabel, automatisiert und ohne aufwändige Nachbearbeitung erfolgen könne, haben BDSE und BTE einen Standardisierungsprozess angestoßen. Dieser beinhaltet u.a. einheitliche Bilddatenbezeichnungen, zweckmäßige Dateiformate für konkrete Handelsanwendungen sowie Timing und Ablaufprozesse der Daten-Übertragung. Unter Federführung der Standardisierungsorganisation GS1 Germany wurden bereits die ersten Workshops mit Vertretern aus Industrie, Handel, IT-Dienstleistern und Verbänden durchgeführt. Die endgültigen Ergebnisse werden zu gegebener Zeit der Schuhbranche in Form einer Anwendungsempfehlung kostenfrei zur Verfügung gestellt.