Bequemschuhsymposium: Austausch in Zeulenroda
Herausforderungen und Chancen
- 29.04.2026
- Laura Klesper
- 1 Minute
Bitte loggen Sie sich ein, um alle Inhalte abrufen zu können:
Sie haben noch kein Abo?
Jetzt abonnieren und mitlesen!
Herausforderungen und Chancen
Noch kein Abo?
– Alle Artikel lesen
– Alle ePaper lesen
– Alle Newsletter erhalten
Noch kein Abo?
Headerfoto: Das Bequemschuhsymposium 2026 fand am gewohnten Standort in Zeulenroda statt. (Foto: Redaktion)
Sie haben Feedback oder Fragen an das Redaktions-Team?
Sie möchten nichts mehr verpassen?
Abonnieren Sie jetzt unsere Newsletter.
Keine Ausgabe verpassen: Alles aus dem Shoe-Business - kritisch, tiefgründig und vielseitig. 100% Branchenwissen für Ihren Erfolg im Geschäft mit Schuhen. Gedruckt oder als ePaper + alle Inhalte der Website.
Abonnieren Sie den schuhkurier
Thomas Bauerfeind (Berkemann) warf in seiner Eröffnungsrede einen positiven Blick in die Zukunft und betonte die Relevanz von gemeinsamen Austausch. (Foto: Redaktion)
Einmal im Jahr treffen sich Bequemschuhhändler und OST-Betriebe in Zeulenroda zum Bequemschuhsymposium. In diesem Jahr zum 14. Mal in Folge verbanden die Gäste den Austausch miteinander und die Vorträge der Speaker, um Impulse für das kommende Jahr zu sammeln. „Jede Veranstaltung bietet einen Mehrgewinn an Wissen. Wir bekommen neue Ansätze, die wir in unserem Unternehmen umsetzen“, lobten die Hamburger Händler Stefan und Maike Paulig, Laufgut Paulig, die Veranstaltung.
Das Bequemschuhsymposium als Ort des Austausches hob auch Thomas Bauerfeind, Berkemann, in seiner Eröffnungsrede hervor. „Wir sind heute hier, um in die Zukunft zu schauen“, sagte der Initiator nach einer kurzen Schweigeminute zum Tod von Prof. Heinrich Hess (siehe Kasten). Der Mensch lege am Tag rund 10.000 Schritte zurück, zwölf bis 14 Stunden verbringe er in Schuhen. Trotz dieser Leistung, die an Schuhe jeden Tag gestellt werden, wäre der Kunde eher bereit, einen Besuch im Freizeitpark zu finanzieren. Jedoch sei er nicht bereit, eine ähnliche Summe für Schuhe auszugeben, die häufig über Jahre hinweg viele Stunden lang getragen werden.
Neben den bekannten Herausforderungen, die der Branche aktuell das Geschäftsleben erschweren, wie die Konflikte in der Ukraine und im Iran, kam Bauerfeind auch auf positive Entwicklungen zu sprechen. Zum einen sei die Kreativität der Menschen ungebrochen. Als Beispiel nannte er den Schuh „Vogel des Jahres“, den Berkemann nun in der zweiten Saison fertigt (siehe Ausklang). Auch das nach Europa gerichtete Wahlergebnis in Ungarn stellte für Thomas Bauerfeind ein positives Zeichen dar: „Wir sind dort mit einer Fabrik vertreten und haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Sorge beobachtet. Nach der Wahl von Péter Magyar stimmt nun wieder die Richtung.“
Neben politischen Aspekten stellte Bauerfeind die digitale Entwicklung in den Fokus seiner Rede und gab einen Einblick, in welchem Umfang Berkemann mit künstlicher Intelligenz arbeitet. In Bereichen wie dem Marketing und der Buchhaltung mache „KI“ das Leben einfacher, aber man solle bedenken: „KI nimmt uns die Arbeit ab, aber wir müssen weiterhin selber denken und das ist auch gut so“. Das 14. Bequemschuhsymposium stellte er deshalb unter das Leitmotto: „Erlebnisse, neue Technologien und Personalisierung“.
Martin Wuttke (Next Guru Now) nahm die BSS-Teilnehmenden auf einen kunterbunten Ritt durch die Welt der Trends mit. Sein Credo: Mit überraschenden Elementen überzeugt man die Kunden. (Foto: Redaktion)
Normalerweise ist der Trendforscher Martin Wuttke in den hippen Großstädten dieser Welt unterwegs. In Zeulenroda berichtete er von seinen Beobachtungen und zeigte auf, dass auch Best-Ager im Bequemschuhbereich auf der Suche nach Farben sind.
Martin Wuttke, Modeurop/NextGuruNow sprach in seinem Vortrag über langfristige Trendtreiber wie Active-Living und Wellness. Er eröffnete den ersten Vortrag des Bequemschuhsymposiums mit zwei Zitaten von Coco Chanel und Pierpaolo Piccioli (Balenciaga). Menschlichkeit sei das neue Keyword, währenddessen Luxus nur Luxus sein könne, wenn er auch bequem sei. Dies sei eine gute Vorlage für das Bequemschuhbusiness. Dabei dürften Industrie und Handel nicht aus den Augen verlieren, dass die sogenannte GenX die aktuell wichtigste Zielgruppe darstelle. Mit ihrem Kaufvolumen gebe sie rund 30 Prozent mehr aus als die so gehypte GenZ. „GenX kauft nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder, Enkelkinder und die eigenen Eltern.“ Dabei dürfe diese Generation nicht mit den alten Menschen von vor einigen Jahrzehnten verwechselt werden. „Senioren heute sind auf der Suche nach Farbe und Frische“.
Das zeigt sich auch im Wellness- und Active-Living-Trend, der laut Martin Wuttke in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Der Trend zu einem gesünderen Lebensstil zeige sich in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Während der Kunde im Bereich „Mindfulness“ einen ästhetischen Ansatz, der nach innen gerichtet ist, erwartet, zeigt sich in den „Boot Camps mit Beat“ eine entgegengesetzte Entwicklung. Auf der Suche nach spirituellen Möglichkeiten, den eigenen Körper und Geist zu trainieren, setzen Pilates- und Yogastudios auf ästhetische Räume, die von den Besuchern in den Social-Media-Kanälen fotografisch gezeigt werden und häufig an asiatische Tempel erinnerten. Auch die modernen Boot Camps hätten nichts mehr mit den muffigen „Muckibuden“ der vergangenen Jahrzehnte zu tun. Mit lauter Musik, ausgebildeten Trainern und kulinarischen Angeboten zur Selbstoptimierung förderten sie eine andere Art der Community. Die Gemeinsamkeit bei beiden Angeboten liegt laut Wuttke darin, dass es für die Teilnehmer immer wichtiger wäre, in modischer Sportbekleidung dort zu erscheinen.
Community is key
Dass Kunden auf der Suche nach einem Gemeinschaftserlebnis sind, zeigt sich laut Martin Wuttke in einer Studie, nach der 89 Prozent der Verbraucher die Zugehörigkeit zu einer Community als Ausschlag für den Kauf sehen. Als Beispiel nannte er das Snipes Studio 44, ein Musikstudio, in dem Menschen kostenlos Tracks einspielen können.
Nicht nur im Bereich der körperlichen Fitness setzt sich laut Wuttke der Fokus auf funktionale, aber dennoch ästhetische Bekleidung durch. „Gorp Core ist kein Trend, sondern Status quo“, so Wuttke. Das Look and Feel von Outdoor-Elementen werde noch lange die Trends bestimmen. An Bedeutung gewinne zudem der „Human Touch“, also der Nachweis, dass Menschen und keine künstliche Intelligenz oder Maschinen am Produkt gearbeitet haben. „Human Touch im Design, zum Beispiel durch ein schief aufgenähtes Etikett, wirkt als Designmerkmal, das den Kunden Sicherheit bietet. Das Erlebnis von Handwerk rückt in den Fokus.“ Dies seien hybride Themen, die gerade in der Bequemschuhbranche und den orthopädieschuhtechnischen Betrieben hervorragend gespielt werden könnten, so Wuttke. Mit dem „Nike Mind“ zeigte er das sensorische Konzept des US-amerikanischen Sportartikelherstellers, das die Sinne, den Körper und den Kopf aufwecken solle. Dieser Schuh lade dazu ein, „die Zukunft des Laufens neu zu erleben“. Auch dies seien Kernkompetenzen der handwerklichen Betriebe, so Wuttke.
Vom Bedarfsangebot zum Playground
Zum Abschluss seines Vortrags rief Martin Wuttke die Händler dazu auf, von Concept Stores zu lernen. Arrondierende Produkte und eine Umgebung, die überrascht, könnten Kunden eher überzeugen als überfüllte Regalreihen. Als Beispiele nannte er Gentle Monster in Seoul sowie den Sneaker-Store Afew in Düsseldorf, der mit seinen magnetischen Regalbrettern die Ladenfläche innerhalb von Minuten komplett neugestalten kann. Als weitere Möglichkeit, die Kunden zu überraschen, nannte Wuttke den Einsatz von ultradünnen LED-Folien, mit denen das Schaufenster zur interaktiven Fläche wird. „Dekoration im Store sollte immer überraschend und bewegend sein“, so Wuttke. Seine Tipps: Auf die Power von Farben setzen, auch wenn nur Braun und Schwarz verkauft wird. Die Sneakerina als Trendschuh im Blick behalten. Und den Preis des Produkts kreativ und schlüssig erklären.
Landesinnungsmeister Baden-Württemberg, Hartmut Schühle, stellte die gemeinsame Studie der Landesinnung mit MarketMedia24 vor. Moderator Prof. Dr. Andreas Kaapke (DHBW) führte gewohnt humorvoll durch die zweitägige Veranstaltung. (Foto: Redaktion)
Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut MarketMedia24 hat die Landesinnung OST-Baden-Württemberg geforscht, was Kunden in Baden-Württemberg von der Orthopädieschuhtechnik wirklich erwarten. Landesinnungsmeister Hartmut Schühle stellte die Ergebnisse vor.
„Der passende Schuh ist meist der, den der Kunde subjektiv als passend empfindet. Dieses Empfinden steht im Widerspruch zu dem, was die OST als passend ansieht.“ Mit einem für viele OST-Betriebe bekannten Problem stieg Hartmut Schühle in seinen Vortrag ein. Die Studie decke Versorgungslücken und somit auch Potenziale der Branche auf. Denn die OST befinde sich seit einigen Jahren in einem Wandel, der Umgang mit neuen Technologien im Handwerk und im Marketing bewegten die Branche. „Wie können Handwerk und zeitgemäße Außendarstellung miteinander vereint werden?“, fragte Schühle zu Beginn.
Wie denken Deutsche über ihre Füße?
Hartmut Schühle gab zudem einen spannenden Einblick in das Mindset der Verbraucherinnen und Verbraucher. 35,7 Prozent der Befragten geben an, beschwerdefrei zu sein. Das bedeute im Umkehrschluss, dass rund 65 Prozent der Menschen Probleme hätten, meistens mit dem Bewegungsapparat, also dem Rücken, der Hüfte, den Knien oder den Füßen. Zudem gaben 85 Prozent der Befragten an, dass ihnen ihre Fußgesundheit wichtig sei. „Diese Zahl sollte das Preisthema in den Hintergrund und das Problemlösen in den Vordergrund stellen“, so der Landesinnungsmeister. Die traurige Realität sei jedoch, dass laut Studie 60,9 Prozent nicht genug über die Leistungen der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) im Bereich OST informiert seien. Dennoch sind laut der Studie zwei Drittel der Befragten bereit, eine Eigenbeteiligung für ein hochwertigeres Produkt zu leisten, 62 Prozent würden bis 50 Euro für Einlagen zuzahlen. Ungefähr zwölf Prozent seien sogar bereit, bis zu 100 Euro Eigenleistung beizusteuern, wenn die Leistung stimmt. „Die Studie zeigt, dass der Kunde das Gefühl haben möchte, sein Geld gut investiert zu haben“, erläutert Schühle das Ergebnis.
Problemfelder Sichtbarkeit und Therapietreue
Ein weiteres Problemfeld, das die Studie aufdeckt, ist die Sichtbarkeit der OST-Branche. Sie sei zwar relevant, werde aber zu wenig wahrgenommen. Dabei sei die orthopädieschuhtechnische Versorgung unerlässlich dabei, Menschen zu Mobilität zu verhelfen. Neben der eingeschränkten Sichtbarkeit der Branche gibt laut Schühle die Therapietreue zu Hilfsmitteln Anlass zur Sorge. Zwar trügen 58 Prozent der Befragten die Hilfsmittel regelmäßig, jedoch nur 20 Prozent gaben an, dauerhaft diese zu nutzen. Am Ende nannte er einen Wunsch der Kunden: Mehr Diskretion bei der Versorgung. In vielen Betrieben würden medizinische Probleme und sensible Daten am Verkaufstresen besprochen. Dabei bestünde bei den Kundinnen und Kunden das Bedürfnis, in einer abgeschiedenen, ruhigen Umgebung mit einem Experten sprechen zu können.
Prof. Schleip referierte über die Bedeutung von Faszien. Dabei legte er den Fokus auf die im Fuß befindlich Plantar-Faszie, die sich von der Sohle bis in den Kopf streckt und somit den gesamten Körper beeinflusst. (Foto: Redaktion)
Prof. Dr. Robert Schleip von der TU München beleuchtete in seinem Vortrag die Rolle der Faszien im menschlichen Körper. Dabei betonte er den ganzheitlichen Versorgungsansatz, den das körperumspannende Bindegewebe erfordert.
Das Bindegewebe, oft als Faszien bezeichnet, wurde in der muskuloskelettalen Medizin lange als bloße „Verpackung“ der Muskeln angesehen und in seiner Bedeutung unterschätzt, so Schleip. Doch ein Paradigmenwechsel in der Forschung, maßgeblich beeinflusst durch den Harvard Medical School Kongress 2007, hat seine essenzielle Rolle für Stabilität, Beweglichkeit und sogar die Sinneswahrnehmung des Körpers in den Vordergrund gerückt. Für Schuhhändler und Orthopädieschuhmacher ergeben sich daraus tiefgreifende neue Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen. Die Wiederentdeckung der Faszie habe einen Hype ausgelöst, von dem sich die Gesellschaft erst noch erholen müsse, so Schleip.
So ist das Fasziennetzwerk aufgebaut
Moderne Anatomie betrachtet Faszien nicht mehr als isolierte Einheiten, sondern als ein körperweites, kollagenes Netzwerk. Dieses Verständnis ist eng mit dem Tensegrity-Modell verknüpft, das erklärt, wie unser Körper als Spannungsgleichgewicht funktioniert. Dabei sind kompressionsstabile Elemente (Knochen) nicht alleinige Stützen, sondern in ein Zugspannungsnetzwerk eingebettet. Eine Veränderung an einer Stelle beeinflusst das gesamte System – ein entscheidender Aspekt für das Fußgewölbe und die gesamte Körperstatik.
Der erweiterte Faszienbegriff schließt nun auch das intramuskuläre Bindegewebe (z. B. Perimysium) mit ein, welches die Muskelfaserbündel umhüllt. Hier liegen auch die Muskelspindeln, die für die Propriozeption (Lage- und Bewegungswahrnehmung) verantwortlich sind. Wenn dieses Bindegewebe, beispielsweise durch Alter oder Bewegungsmangel, spröde wird, verschlechtert sich die sensible Bodenkontaktwahrnehmung erheblich.
Die Bedeutung von Bewegung und Variabilität
Studien zeigen, dass Bewegungsmangel zu einer Verfilzung und Verhärtung des Bindegewebes (Fibrotisierung) führt, während artgerechte, hüpfende Bewegungen (wie Laufen oder Hopserlauf) eine regelmäßige Wellung der Kollagenfasern (Crimp-Wellen) fördern. Diese Wellung ist essenziell für die elastische Rückfederungskapazität von Sehnen wie der Achillessehne und der Plantarfaszie, die als „eingebaute Federn“ wirken – ähnlich wie beim Känguru. Der menschliche Körper ist evolutionär für diese Art der Fortbewegung, insbesondere das Rennen, optimiert. Ein regelmäßiges, kurzes Hüpftraining könne die elastische Speicherfähigkeit der Sehnen in wenigen Wochen signifikant verbessern. Dies hatte eine Studie mit finnischen Senioren gezeigt.
Die Plantarfaszie spielt dabei eine Schlüsselrolle für das Längsgewölbe des Fußes und ist als funktionelle Verlängerung der Achillessehne in einer faszialen Kette bis zum Kopf verbunden. Das bekannte Windlass-Phänomen, bei dem die Zehenextension die Plantarfaszie spannt und das Fußgewölbe aufrichtet, unterstreicht die Notwendigkeit, Schuhe zu wählen, die diese Bewegung zulassen und fördern.
Ein weiteres Phänomen ist der „Creep-Effekt“: Kollagenes Bindegewebe leiert unter ständiger, statischer oder zyklischer Belastung im selben Winkel vorübergehend aus. Dies bedeutet, dass ein immer „optimaler“ Bewegungsablauf oder das Tragen ein und desselben Schuhtyps langfristig schädlich sein kann. Stattdessen fördert Variabilität – durch unterschiedliche Abrollmuster, verschiedene Schuhe oder wechselnde Belastungen – die Gesundheit des Bindegewebes.
Schuhe als Sinnesvermittler
Für Schleip sind Schuhe in erster Linie Sinnesvermittler zwischen Fuß und Gehirn. Der Fuß ist ein hochsensibles Sinnesorgan mit Tausenden von Rezeptoren im faszialen Bindegewebe, die Lage und Druckverteilung wahrnehmen. Eine gute Propriozeption kann Schmerzen reduzieren und die Verletzungsanfälligkeit verringern. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass Bequemlichkeit bei Schuhen nicht nur psychologisch, sondern direkt mit einer signifikanten Verletzungsreduktion korreliert. Unangenehme Reize hingegen (z. B. ein kleiner Stein in der Sohle) versetzen das System in Alarmbereitschaft und beeinträchtigen die Propriozeption. Schuhe, die angenehme, nicht-bedrohliche Bewegungswahrnehmungen übermitteln, sind daher von großem Vorteil.
Christian Gangauf, OST Gangauf, erläuterte die moderne Einlagenversorgung. (Foto: Redaktion)
Christian Gangauf, OST Gangauf, und Lukas Voll, Betriebsmanager Schwerpunkt Fußorthopädie bei Bauerfeind, präsentierten gemeinsam die Arbeit des orthopädieschuhtechnischen Betriebs mit der neuen ID CAM, einer multidimensionalen Systemlösung für die Einlagenfertigung. Mit dieser können Betriebe in vier Schritten eine vollständige Einlagenversorgung durchlaufen. Die vier Dimensionen bestehen aus Scannen, Modellieren und Fertigen der Einlagen sowie dem Service-Angebot von Bauerfeind, welches unter anderem ein vierwöchiges Onboarding beinhaltet. Die Fertigung kann inhouse oder extern erfolgen. Christian Gangauf: „Das System kommt im Betrieb gut an, jedoch merken wir, dass junge Menschen schneller damit warm werden als ältere Gesellen.“ Insgesamt fertigt das Unternehmen 300 bis 350 Einlagen pro Woche. Auf die Nachfrage von Moderator Andreas Kaapke, wie viele Schuhe im Cross-Selling-Ansatz über den Tresen gingen, konnte Gangauf von 50 Prozent verkaufter Schuhe berichten. „Im Cross-Selling können wir zur Einlage häufig auch eine Bandage oder eben einen passenden Schuh verkaufen. Übertreiben dürfen wir es jedoch nicht, es muss seriös bleiben.“