Ein Gletscher, beschreibt Gletscherexperte Max Pohl, ist nicht nur vielfältig in seiner Definitionsfrage, sondern auch in seinem Bedeutungsfeld in der Gesellschaft und nicht zuletzt im Bergsport. Vor allem hinsichtlich der Klimaentwicklung bleibt die Zukunft der Gletscher kritisch.
Dabei handelt es sich um Eiskörper, die über Tausende, wenn nicht sogar Millionen von Jahren aufgebaut wurden. Meist aus Schnee, der sich überlagert hatte und als Firn immer weiter durch die oberen Schichten unter Druck gepresst wurde, rutschen Gletscher oft Berghänge hinab und bilden so beispielsweise Gletscherzungen, die Fließbewegungen ähneln. Einer gängigen Definition nach ist ein Gletscher ein Eiskörper, der eine Dicke von mindestens 30 Metern aufweist. Die Alpen entstanden so beispielsweise vor ca. 400 Mio. Jahren, als die afrikanische Kontinentalplatte auf die Eurasische Platte traf.
Daraufhin formten sich die Berge, denen durch die richtige Höhe sowie die entsprechenden Temperaturen auch die Gletscher folgten. Damals waren die Alpen noch bis zu 6.000 Meter hoch. „Wir hocken gerade auf millionenalten Riffen, die vor einer Ewigkeit vor der Küste des heutigen Marokko entstanden sind“, erklärt Max Pohl.
Auch die richtigen Witterungsbedingungen spielen bei der Gletscherbildung eine entscheidende Rolle. Auf der einen Seite entwickeln sich Gletscher durch Neubildung weiter – Experten sprechen dabei von der Nährzone –, während unten Teile in Form von Wasser abfließen und so landwirtschaftliche Entwicklungen fördern und vom Bestand der Gletscher zehren – der Zehrzone. Dazwischen befindet sich, so Pohl, die Gleichgewichtslinie. Das Problem: Diese Linie verschiebt sich in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels sowie weiterer Einflüsse wie Vulkanausbrüche immer weiter nach oben. Damit verlagern sich auch Skigebiete nach oben und werden teurer, während in ganz anderen Regionen die Wasservorräte, die jahrelang zur Verfügung standen, nun zur Neige gehen. Auch passieren Gletscherunfälle immer häufiger. „Wir haben aktuell vier Gletscher in Deutschland. Im letzten Jahr waren es noch fünf“, erzählt Pohl mit düsterem Unterton. „Und in der Zukunft werden weitere Gletscher überall auf der Welt ihren Gletscherstatus verlieren.“ Und der Pessimismus bleibt leider hartnäckig. Denn auch wenn bereits Unternehmungen stattfanden, die Gletscher künstlich anzulegen und auszubauen, bleiben diese Lösungsversuche nicht langfristig umsetzbar und zu aufwändig. Neben den wirtschaftlichen Faktoren wird sich selbst der Bergsport deshalb anpassen müssen, so Pohl.