Thematisiert wird in der Doku unter anderem die Havarie des Frachters Evergiven im Suezkanal im Jahr 2021. Auf dem Weg von China nach Rotterdam lief das Schiff auf Grund und stand anschließend quer im Kanal. Kein anderes Schiff konnte passieren. Dieser Vorfall zeigte eindrücklich, was es bedeutet, wenn internationale Frachtrouten und Lieferketten gestört werden. Und er ist nur ein Aspekt in der Dokumentation, die die internationalen Verflechtungen von Märkten und Finanzwesen beleuchtet.
In der ZDF-Produktion geht es unter anderem auch um Pirmasens. Einst die Hochburg des deutschen Schuhmacherhandwerks mit 300 Schuhfabriken, in denen mehr als 30.000 Menschen beschäftigt waren, ist die Stadt heute vom Strukturwandel geprägt.
Zwischen 1978 und 2014 gingen in Pirmasens fast ein Drittel der Arbeitsplätze verloren. Die Bernd Hummel Holding ist geblieben. Unternehmer Bernd Hummel begann seine Karriere als Schuhfabrikant im Jahr 1968, musste sich dann aber auch den Marktveränderungen stellen. Im Interview der Dokumentation sagt er: „Die Fabrik musste ich schließen und einen neuen Weg einschlagen. Und der hieß dann Schuhe aus Ungarn und Bulgarien, preiswertere Schuhe als die, die man hier produzieren konnte, aber in der Qualität nicht schlechter.“ Sein Business florierte, während in Pirmasens und seiner Umgebung viele Unternehmen schließen mussten. „Globalisierung war sicherlich ein hartes Los für die Region“, so Hummel weiter. „Ich glaube, dass man diese Entwicklungen nicht aufhalten oder zurückdrehen kann.“
Heute konzentriert sich Hummel vor allem auf die Produktion der Sportschuhmarke Kangaroos sowie auf die Fertigung von Kleinserien „made in Germany“. Das hat aber, so Hummel, seinen Preis: „Natürlich ist es charmant, wenn man die Idee entwickelt, marktnah zu produzieren und auch was richtig Gutes produzieren zu wollen. Dann kostet aber so ein Schuh ganz schnell mal über 300 Euro im Laden“, sagt der Unternehmer. „Made in Germany“ sei letztlich ein Verlustgeschäft, heißt es in der Dokumentation. „Mit dem, was wir in unserem großen Geschäft, dem Importgeschäft, verdienen, können wir es uns leisten, quasi als Marketingtool, diese kleine Schuhfabrik am Leben zu halten. Aber in Deutschland ist so eine kleine Produktion absolut unrentabel“, erklärt Hummel. Hier können Sie die Dokumentation anschauen.