Laut WHO liegt die Bewegungsempfehlung für Kinder bei einer Stunde pro Tag. Laut Felix Neureuther, Markenbotschafter von Lowa, ein Wert, der von viel zu wenig Kindern erreicht wird. „Rund ein Drittel der Kinder zwischen drei bis zehn Jahren bewegen sich nicht genug.“ Gleichzeitig habe sich die Leistung in manchen Schulfächern verschlechtert, während in den letzten Jahren immer mehr Kinder unter extremem Übergewicht leiden. Diese Tatsache kombiniert mit der Pandemie oder dem steigenden Angebot an Ganztagsschulen, in denen Kinder noch mehr Zeit mit Sitzen verbringen, scheint für Neureuther fatal. Deshalb startete er die Initiative „Beweg dich schlau“. „Wir wollen ’Beweg dich schlau‘ als Förderprogramm für Kitas, Schulen, Sportvereine und Familien beginnen und damit gleichzeitig die Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in ihrem ganz normalen Alltag ausbauen“, erklärt Neureuther weiter. Damit wolle er auch einen Spagat von der Bewegung über die Bildung schaffen, ohne die Digitalisierung außer Acht zu lassen. Bis zu sieben Stunden säßen Kinder vor ihren digitalen Endgeräten, sei es für die Schule oder am Smartphone. „Über 200 Nachrichten bekommt so ein Kind am Tag; stellen Sie sich vor, Sie würden 200 E-Mails am Tag bekommen und immer direkt beantworten müssen. Das macht uns doch matsch im Kopf.“ Aus diesem Grund müsse man die Balance zur Digitalisierung hinbekommen. Neureuther entwickelte kindgerechte Übungen, die Kinder zum Bewegen motivieren sollen. Nach einer wirtschaftlichen Evaluation und der Idee, diese Übungen unter die Kinder zu bringen, entstand „Beweg dich schlau“. Auch soll die Verknüpfung von Bewegung und kognitiven Fähigkeiten die Leistung der Kinder verbessern und Stress vorbeugen. Neben Kooperationsangeboten mit Schulen und Unternehmen gibt es seitdem auch Bücher, Lernprogramme und große Wettbewerbs-Events. Mittlerweile sind Kinder auch nicht mehr die einzige Zielgruppe: Auch Unternehmen, Altersheime und sogar politische Parteien haben bereits erste Workshops mit Neureuther angefragt, um mehr über die Rolle der Bewegung bei Leistung und Stress zu lernen.
Zur Person Felix Neureuther
„Mit 15 Jahren war ich mit meinem Vater wegen meinem Rücken und Knieproblem beim Doktor. Diagnose: Knorpelschaden.“ Felix Neureuther beginnt seine Präsentation mit einem Rückblick in seine eigene Vergangenheit. „Damals haben sie gesagt: Felix, dein Körper wird nicht für Leistungssport geeignet sein, am besten hörst du direkt damit auf.“ Erbost über diese Feststellung, entgegnete ihm der Vater: „Wie können Sie einem 15-Jährigen in so jungen Jahren den eigenen Traum zerstören? Das können wir so nicht akzeptieren.“ Über ein individuelles Training und persönliche Trainingsangebote, bei dem „neben dem Körper auch das Gehirn“ mittrainiert wurde, gelang es Neureuther, Fuß im Sport zu fassen und immer seltener auszuscheiden. In den folgenden Jahren landete er da, wo er nun ist: Sportexperte, mehrfacher Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften im Skisport und Lowa-Markenbotschafter.