Die meisten der befragten Aussteller waren von der Entscheidung Karl-Heinz Müllers überrascht worden und erfuhren erst vor Ort davon. Die Reaktionen waren dementsprechend sehr abwartend. „Wir müssen intern erst einmal darüber sprechen, ob ein Umzug nach Barcelona für uns in Frage kommt. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten einer Messepräsenz in Mailand, Paris oder an anderen Standorten“, sagte Kristin Staeren von Dr. Martens. Die meisten Brands wollen das neue Konzept abwarten.
Unbestätigten Angaben zufolge hat Messechef Karl-Heinz Müller im Vorfeld mit etwa 15 ausgewählten Marken über seine Pläne diskutiert. Ihm soll es gelungen sein, durch den Standortwechsel wieder namhafte Jeanshersteller ins Boot zu holen, die der Messe in den vergangenen Saisons ferngeblieben waren. Eines der Brands, die bei der Januarausgabe dabei sein werden, ist Lacoste: „Wir sind definitiv dabei. Als einer der ersten Aussteller der Bread & Butter werden wir nach Barcelona gehen und freuen uns auf die Veränderung“, sagt Conny Stöckl. „Barcelona wird der Branche gefallen. Es wird eine Chance sein, die Bread & Butter wieder etwas in den Vordergrund zu bringen“, sagt Mariano Alonso von Timberland. Das Label will wie viele andere erst in den kommenden Wochen über den Umzug entscheiden.
Einer der Faktoren, der die Entscheidungsfindung beeinflusst, ist der Verlauf der kommenden GDS. Viele kleinere Brands mit Fokus auf den deutschen Markt sorgen sich um die Besucherqualität in Barcelona. Einig waren sich die Aussteller in Berlin aber, dass sich die Bread & Butter verändern müsse, denn auch an den vergangenen Tagen ging es auf der Urbanwearmesse deutlich ruhiger zu als in früheren Jahren.