“Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in den Lieferländern ist ein langwieriger Prozess, in dem nur viele kleine Schritte zum Erfolg führen können”, betonte Jan Eggert, Hautgeschäftsführer der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) bei der Vorstellung des BSCI-Berichts. “Ein Prozess, den vor allem auch die Verantwortlichen vor Ort mitgehen müssen, wenn er erfolgreich sein soll.” Der Jahresbericht mache aber deutlich, dass sich das nunmehr zehnjährige kontinuierliche Engagement der BSCI und seiner mehr als 1.300 Mitgliedsunternehmen auszahlt und sich die Transparenz und das Verständnis für Arbeitsfragen in der globalen Lieferkette deutlich erhöht hätten, ergänzte Eggert. Hauptlieferländer für den europäischen Einzelhandel sind nach wie vor China, Indien, Bangladesch, Vietnam und die Türkei.
Allein im Jahr 2013 hat die BSCI dem Bericht zufolge weltweit rund 9.500 sogenannte Sozialaudits in Produktionsstätten durchgeführt; fast 9.000 davon in Asien. Waren im Jahr 2010 noch fast 60% dieser Audits nicht mit den Grundsätzen und dem Verhaltenskodex der BSCI kompatibel, so ging die Zahl im Jahr 2013 auf rund 40% zurück. Der Bericht zeigt auch, dass die BSCI auf die schweren Unglücke im vergangenen Jahr in Bangladesch reagiert hat und seit Anfang 2014 auch unangekündigte Audits durchführt. Fabriken, die bereits ein positives Audit-Resultat erzielt haben, müssen nun jederzeit mit einem unangekündigten weiteren Audit rechnen. Darüber hinaus hat die BSCI ihren Fokus noch stärker auf Gesundheits- und Sicherheitskriterien gerichtet. U.a. wurden die Audit-Kriterien entsprechend verschärft. Parallel dazu werden spezielle Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen zum Thema Brandschutz und Gebäudesicherheit angeboten. “Diese zusätzlichen Workshops werden sehr gut angenommen”, so Lorenz Berzau, Managing Director der BSCI. “Insgesamt haben wir 2013 elf Schulungen durchgeführt. Für 2014 stehen bereits weitere Termine fest.”
Aufbauend auf den Erfahrungen der letzten Jahre hat die BSCI 2013 zudem ihren Verhaltenskodex überarbeitet.