Während der Pressekonferenz auf der Shoes in Düsseldorf spricht der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren von einem „schwierigen ersten Halbjahr“ für den deutschen Schuhhandel. Nach ersten verbandsinternen Hochrechnungen beläuft sich der Umsatz in dem Zeitraum auf ein Minus von 2% gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund waren sowohl die schwache Konsumstimmung als auch das wechselhafte Wetter in den Monaten Mai und Juni. Hierbei erlitt die Branche mitunter ein zweistelliges Umsatzminus. Dafür kam es in im Februar, im März und im April zu einem Umsatzanstieg von 14%.
Zahl der Schuhgeschäfte nimmt ab
Trotzdem mussten rund 100 Schuhhandelsunternehmen ihre Türen für immer schließen, so der BTE. Dies geschah teils wegen Insolvenzen, aber auch weil etwa keine Nachfolge gefunden werden konnte. Demnach habe sich die Zahl der Geschäfte um 800 verringert. Nach BTE-Schätzungen dürften nun 2.600 stationäre Schuhspezialisten am Markt aktiv sein. Damit beläuft sich der Gesamtbestand auf 8.750 Schuhgeschäfte.
Neben der Kaufzurückhaltung macht sich hier auch eine weitere Herausforderung der Branche bemerkbar: die Attraktivität der Innenstädte. Auch der bürokratische Aufwand belaste die Unternehmen weiterhin. Dementsrpechend bewertung aktuell rund 41% der befragten Schuhhändlerinnen und -händler ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Rund 16% schätzen ihre Situation als gut ein. Folglich fallen auch die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2024 aus: Rund 30% gehen von einem Umsatzplus aus, während jeder zweite Schuhhändler leichte bis deutliche Umsatzeinbußen gegenüber 2023 erwartet.
Die Trends des ersten Halbjahrs
Vor allem sportive Modelle im Halbschuhbereich lagen im Trend. Sneaker im Retro-Style waren gefragt, bei Herren durften es auch Sportslipper, Outdoor-Schuhe oder Chunky Loafers sein. Bei den Damen standen neben Sneaker besonders bunte Ballerinas und Pantoletten, aber auch Sling-Pumps und Kitten Heels im Fokus. Gleichzeitig wurde ein Anstieg des Barfußschuh-Trends beobachtet.