Im Rahmen der APLF in Hongkong veröffentlichte der Verband der chinesischen Lederindustrie (CLIA) Daten zu der Entwicklung der Branche im vergangenen Jahr.
Nach Angaben des Verbands stiegen die Exporte des gesamten Ledersektors um 7,2% auf 88,9 Mrd. Dollar. Im Gegenzug stiegen die Importe um 10,7% auf 9,4 Mrd. Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten produzierten die 644 mittelgroßen und großen Gerbereien des Landes rund 590 Mio. qm Leder. Mit einer geringfügigen Steigerung in Höhe von 0,6% gegenüber 2013 stagnierte die Menge. Die Ausfuhr von gefinishten Ledern entwickelte sich positiv: Es wurden 33.000 Tonnen im Wert von 590 Mio. Dollar exportiert. Das ist gleichbedeutend mit einem Anstieg um 12% in der Menge und 18,7% im Wert. Zugleich ging die Ledereinfuhr zurück, nämlich um 5% in der Menge und 3,9% im Wert.
Die Lederschuhproduktion in China stieg 2014 um 3,1% auf 4,5 Mrd. Paar. Von dieser Menge wurden 965 Mio. Paar im Wert von 13,8 Mrd. Dollar exportiert. Mengenmäßig bedeutet das einen Anstieg um 11,5% und wertmäßig ein Plus um 14,5%. Im Gegenzug wurden 31,6 Mio. Paar Lederschuhe im Wert von 1,4 Mrd. Dollar nach China eingeführt. Hier fallen die Steigerungen im Vergleich zu 2013 höher aus: in der Menge +24,3% und im Wert +13,1%. Über alle Schuhsorten hinweg wurden 10,7 Mrd. Paar hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 1,5% in der Menge. Der Wert der produzierten Schuhe kletterte deutlich um 11,8% auf 53,8 Mrd. Dollar. Die Gesamtimporte stiegen in der Menge um 32% auf 73,3 Mio. Paar. Der Wert dieser Schuhe betrug 2 Mrd. Dollar, 19,8% mehr als Vorjahr. Nach Angaben des Hauptverbands der Schuh und Lederwarenindustrie (HDS/L) wurden 2014 303,5 Mio. Paar Schuhe aus der Volksrepublik China nach Deutschland exportiert. 2013 waren es 23,2 Mio. Paar weniger. Der Wert der Schuhe stieg um 7% bzw. knapp 130 Mio. Euro auf 1,965 Mrd. Euro. Der Durchschnittspreis lag bei 6,47 Euro pro Paar. Laut dem CLIA sind die Zukunftsaussichten der Branche verhalten, da die Profitabilität der Unternehmen zurückgegangen ist und sich das Wachstumstempo generell verlangsamt hat. Unterschiede gibt es vor allem in der regionalen Entwicklung: Während in den zentralen Landesregionen nach Angaben des Verbands zweistellige Steigerungen verzeichnet wurden, entwickelten sich die östlichen und westlichen Landesteile stabil. Vor allem in den Küstenregionen, traditionelle Hochburgen der Schuhherstellung, sei die Profitmarge zurückgegangen. Dies ist auf den industriellen Transformationsprozess zurückzuführen, den die chinesische Zentralregierung in diesen Regionen verfolgt. Folgen sind u.a. steigende Arbeitskosten. Für das laufende Jahr erwartet der Verband keine Veränderung der ’Großwetterlage‘. So soll auch 2015 ein einstelliges Wachstum bei Umsätze, Profitabilität und Exporten erzielt werden. Neben China entwickelt sich vor allem Vietnam zu einem großen Schuhexporteur.
Während etwa die Schuhausfuhren aus China in die USA 2014 um 2,7% in der Menge zurückgegangen sind, stiegen die Exporte aus Vietnam um 18,1%. Allerdings lieg der Marktanteil Chinas auf dem amerikanischen Schuhmarkt weiterhin bei rund 80%. Mit einer Gesamtmenge von 1,035 Mrd. Paar produziert Vietnam zudem weniger als 7% der chinesischen Menge.
Mit Blick auf die Zukunft wird die Entwicklung des Schuhverbrauchs eine Schlüsselrolle spielen. Aktuell ist China mit 3,7 Mrd. Paar bereits der größte Schuhkonsument der Welt, vor der EU mit 2,8 Mrd. Paar und den USA mit 2,3 Mrd. Paar. Allerdings liegt der Durchschnittsverbrauch in China bei 2,9 Paar pro Jahr, während es in den USA 7,6 Paar und in der EU 5,8 Paar pro Person sind. „Sollte sich der Verbrauch pro Person in China innerhalb der kommenden zehn Jahre verdoppeln, würde der Verbrauch auf 7 Mrd. Paar steigen. Ich frage mich, was das für die Exporteure bedeuten würde“, so der amerikanische Branchenexperte Peter Mangione.