Mehr als 4.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden: Die jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts sorgen für Unruhe. In einer Pressekonferenz am 8. Oktober nahm Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Stellung zu der Frage, ob weitreichende Maßnahmen wie ein kompletter Lockdown bevorstehen könnten.
Spahn erklärte: „Wir werden in eine Situation wie im April so nicht mehr kommen.“ Man habe derzeit keine Ausbrüche beim Einkaufen, keine bei Friseuren sowie kaum Ausbrüche im öffentlichen Personennnahverkehr. „Wo zusätzliche Maßnahmen notwendig sind, geht es um bestimmte Bereiche: Feiern, Geselligkeit, Großveranstaltungen, Hochzeiten, religiöse Zusammenkünfte.“ Problematisch seien Situationen, bei denen viele Menschen in geschlossenen Räumen beieinander sind. Dann seien gegebenenfalls zusätzliche Beschränkungen vonnöten wie ein Alkoholverbot, eine Reduzierung von Veranstaltungsgrößen, das Einschränken von Feiern.
Es sei, so Spahn, aus seiner Sicht nicht richtig, jetzt eine Debatte über einen zweiten Lockdown zu führen. „Was macht das mit einem Einzelhändler, wenn wir diese Frage jetzt diskutieren? Tun wir uns damit in unserer Gesellschaft einen Gefallen? Wir sollten wachsam sein, achtsam sein und an bestimmten Stellen Dinge einschränken.“ Er setze weiterhin auf gezielte regionale Maßnahmen in gewissen Bereichen, „aber nicht auf das, was in der damaligen Situation mit dem damaligen Wissen richtig war.“
Spahn mahnte an, in allen Bereichen die AHA-Regeln zu beachten: Abstände einzuhalten, Hygieneregeln zu beachten und Alltagsmasken zu tragen. Hier sei jeder einzelne gefragt, sich verantwortungsbewusst zu verhalten.