Internationalisierung ist überhaupt ein zentrales Thema. Als Falc die Marke übernahm, war Candice Cooper im Wesentlichen DACH-getrieben. Heute wächst die Brand Schritt für Schritt auch in anderen Märkten. Frankreich und Belgien entwickeln sich laut Cholewik positiv, in den USA ist Candice Cooper über große Accounts präsent. Das Ziel sei aber nicht, die Marke über Nacht global zu machen, sondern sie kontrolliert weiterzuentwickeln und breiter abzustützen.
Im DACH-Markt bleibt der Schuhfachhandel dennoch ein wichtiger Bezugspunkt. Müller betont, dass man sich wieder stärker in Richtung Fachhandel öffne – mit Preislagen, die dort gut funktionieren, mit selektiver Distribution und mit Modellen, die dem Händler helfen, neue Kundinnen für die Marke zu gewinnen. Gleichzeitig soll Candice Cooper exklusiv bleiben; in kleineren Orten werde bewusst darauf geachtet, Händler zu schützen und die Marke nicht beliebig zu streuen. Bei der Zielgruppe bleibt man realistisch: Candice Cooper lebt heute stark von einer erwachsenen, kaufkräftigen Kundin, die Qualität, Komfort und modische Aktualität sucht. Eine radikale Verjüngung sei weder glaubwürdig noch notwendig. Vielmehr gehe es darum, die Marke behutsam weiterzuentwickeln, ohne ihre DNA aufzugeben.
Unterm Strich steht Candice Cooper heute an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Marke ist breiter geworden, flexibler im Vertrieb, zugänglicher in Teilen der Preislage und damit nach Überzeugung von Daniel Cholewik und Werner Müller wieder deutlich relevanter für den Handel. Der Rock bleibt wichtig – aber er ist nicht mehr die ganze Geschichte.