Die zurückhaltende Entwicklung in der HAKA nutzen Schuhhersteller, um sich zu richten, zu fokussieren und mitunter sogar neu zu positionieren. So etwa Premiata, der seine Bekanntheit den Sneakern verdankt: Das Familienunternehmen wird das Sneaker-Thema künftig nicht weiter ausbauen. Stattdessen folge ein Fokus „auf die alten Werte“, kombiniert mit einigen Updates. Bei überwiegend schwarzen Boots , die durch eine kräftige Vibram-Sohle abgerundet werden, erlaube man sich etwa Spielereien in den Formen, wie es Andrea Melis mit „play with shapes“ beschreibt. „Wir gehen zurück zu unseren Wurzeln. Deshalb führen wir jetzt auch erstmals eine Apparel-Linie an.“ Damit möchte Premiata weg von der reinen Schuhmarke hin zum Total Look. Auf der Messe nicht ausgestellt ist dagegen eine neue Trekking-Linie, die zum Outer Wear-Charakter der neuen Bekleidung passt. Crockett & Jones bleibt derweil seinem Kurs treu, auch wenn dieser ein wenig ausgedehnt wird. „Wir müssen nicht viel an unseren Klassik-Kollektionen weiter- entwickeln. Aus diesem Grund können wir etwas mehr in Richtung Casual machen“, sagt William Jones. Vor allem Derbys und chunky Sohlen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, im Verkauf triumphiert ein gesunder Mix aus Klassik und Casual. „Es wird weniger elegant, weniger formell. Runde Formen laufen gut und werden ausgebaut.“ Doch wie steht es nun um die Jeans der Schuhe: den Sneaker? Von Low-Profile ist in Florenz nur wenig zu sehen, vielmehr bleibt man den hohen und sportiven Silhouetten treu. „Wir waren schon immer
im Running-Thema“, beschreibt es zum Beispiel Daniel Cholewik (W6YZ). Die Marke ist in Preislagen von 140 bis 160 Euro unterwegs und baut aktuell den Unisex-Anteil aus. „Die Herren tun sich generell schwer“, so Cholewik weiter. „Ihnen komme es auf Qualität, Funktion und Technik an.“ Eine nüchterne Zusammenfassung, die das Gesamtbild der Herrenmode der Saison treffend beschreibt.