Hohe Temperaturen verändern auch die Kleiderwahl am Arbeitsplatz. Wie leger Beschäftigte auftreten dürfen und welche Kleidungsstücke tatsächlich getragen werden, unterscheidet sich jedoch nach Land, Geschlecht und Kundenkontakt. Für die Befragung wurden 2.616 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien befragt.
Knapp die Hälfte der Befragten kann ihre Kleidung am Arbeitsplatz grundsätzlich frei wählen. Wo Bekleidungsvorschriften gelten, betreffen sie besonders häufig das Schuhwerk: 20 % müssen geschlossene Schuhe tragen, für 18 % sind lange Hosen vorgeschrieben. Rund 15 % arbeiten in Uniform, Schutzkleidung oder Kleidung mit Firmenlogo. Einen Anzug müssen lediglich 4 % tragen.
Bei der tatsächlichen Kleiderwahl zeigen sich vor allem unter den Männern deutliche Länderunterschiede. Deutsche Männer tragen an heißen Arbeitstagen mit 69 % besonders häufig T-Shirts. Auch bei kurzen Hosen erreichen sie mit 38 % den höchsten Wert der untersuchten Länder. Schweizer Männer greifen dagegen am häufigsten zu langen Hosen und geschlossenen Schuhen: Die Anteile liegen bei 60 beziehungsweise 56 %. In Italien tragen nur 16 % der befragten Männer kurze Hosen zur Arbeit.
Bei den Frauen fallen die Unterschiede insgesamt geringer aus. T-Shirts und lange Hosen gehören in allen fünf Ländern zu den dominierenden Kleidungsstücken. Beim Schuhwerk hebt sich Deutschland jedoch ab: Nur 29 % der befragten deutschen Frauen tragen an heißen Tagen offene Sandalen zur Arbeit – der niedrigste Wert im Ländervergleich. Mehr als die Hälfte entscheidet sich stattdessen für geschlossenes Schuhwerk.
Unterschiede gibt es auch bei der Bewertung einzelner Kleidungsstücke. In Deutschland halten 25 % Tanktops oder Trägershirts ohne Kundenkontakt für unpassend. Bei direktem Kontakt mit Kundinnen und Kunden steigt der Anteil auf 44 %. In Frankreich werden ärmellose Oberteile deutlich häufiger akzeptiert. Besonders zurückhaltend zeigen sich die Befragten in der Schweiz: Dort lehnen 61 % Jogginghosen bei Kundenkontakt ab. Auch bauchfreie Kleidung stößt mehrheitlich auf Ablehnung.
Grundsätzlich sorgt die Arbeitskleidung jedoch nur selten für Diskussionen. Rund 70 % der Befragten in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz haben Kolleginnen oder Kollegen noch nie auf deren Outfit angesprochen. Wenn Kleidung am Arbeitsplatz thematisiert wird, fällt das Feedback nach Angaben der Befragung überwiegend positiv aus.