Hauptgrund für diese Entwicklung sind anhaltende Fußbeschwerden – insbesondere verursacht durch zu enge, hohe oder steife Schuhe. Vor allem Frauen sind von Fußproblemen betroffen: Rund 90 % aller Hallux-Valgus-Fälle betreffen laut Angaben der Studie weibliche Trägerinnen. 44 Prozent der befragten Frauen gaben an, zumindest gelegentlich Schmerzen durch ungeeignetes Schuhwerk zu haben. Klassische Modelle wie Stilettos, Plateaus oder spitze Schuhe stehen dabei besonders in der Kritik.
„Schmerz ist ein eindeutiges Warnsignal. Dennoch halten viele Absatzträgerinnen ihn einfach aus – oftmals über Jahre hinweg“, erklärt Prof. Dr. Leif Claaßen, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie.
Trotzdem bleiben High Heels für einige Situationen präsent: 65 Prozent der befragten Frauen tragen sie weiterhin zu besonderen Anlässen, in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen sind es sogar 63 Prozent, die regelmäßig zu Absatzschuhen greifen. Für 17 Prozent der Frauen sind sie ein Mittel zur Stärkung des Selbstvertrauens.
Dennoch zeichnet sich ein kultureller Wandel ab. Viele Frauen interessieren sich zunehmend für gesündere Alternativen. Barfußschuhe gewinnen an Beliebtheit, nicht zuletzt durch die gestiegene Aufmerksamkeit für Fußgesundheit und das Angebot an modischen, fußfreundlichen Modellen. „Dieser Wandel betrifft nicht nur Schuhe – er steht für Freiheit, Selbstbewusstsein und eine tiefere Verbindung zum eigenen Körper“, so Dulma Clark von Vivobarefoot.
Auch Männer sind betroffen: Laut Claaßen können enge Anzugschuhe ähnliche Probleme verursachen wie High Heels. Flexible, leichte Schuhe hingegen fördern nachweislich die Fußmuskulatur und das natürliche Gangbild.
Ob Barfußschuhe zur neuen Norm werden, bleibt abzuwarten. Die Umfrage und Experteneinschätzungen deuten jedoch auf eine wachsende Akzeptanz und ein Umdenken in Sachen Schuhwahl hin – mit dem Ziel, Gesundheit und Komfort stärker zu gewichten als bisher.