Aufgrund von Corona-Pandemie und der Ukraine-Krise befand sich die Leingartener Heinrich Woerner GmbH, ein Traditionsunternehmen für Dekoration und Ladenausstattung, innerhalb der letzten fünf Jahre zum zweiten Mal in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Inflation und Kaufzurückhaltung hielten an, sodass die Maßnahmen der ersten Restrukturierung nicht ausreichen. „Das war im zweiten Verfahren ganz anders“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Herwig Ahlemeyer. „Wir haben nicht nur den Ist-Zustand betrachtet und korrigiert, sondern auch Zukunftsthemen miteinbezogen.“
Ein Beispiel dafür seien die Bereiche rund um das Thema Katalog. Für die Neuplanung und Überarbeitung der Kataloge musste das Unternehmen sich von alten Konzepten trennen. „m ersten Verfahren hatte man zu viel Scheu als klassischer Katalogversender, diesen Bereich neu aufzusetzen. Ein weiteres Beispiel ist die Einführung einer neuen Warenwirtschaft mit moderner Ausrichtung. Das wurde von meinen Vorgängern verpasst, obwohl es dringend nötig gewesen wäre.“
Notwendiges Update
Um das Unternehmen für den Onlinevertrieb zukunftssicher aufzustellen, widmete man sich im Kern der Sanierung der Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems mit angeschlossenem Onlineshop. Auch das Sortiment wurde neugestaltet, Preislagen an der Benchmark ausgerichtet und das Angebot inhaltlich neu ausgerichtet. Hierbei wurde auch eine Bestandsaufnahme der Topseller-Marken veranlasst und, wenn nötig, diese wieder ins Sortiment aufgenommen. Nicht zuletzt wurden auch die internen Prozesse optimiert. Ahlemeyer: „Die Kundenanfragen werden jetzt schneller bearbeitet, die Erreichbarkeit des Kundenservice wurde gesteigert und die höhere Leistungsfähigkeit in der Logistik sorgt heute dafür, dass nahezu 100 % der eingehenden Bestellungen über lagernde Ware am gleichen Tag versendet werden.“
Unsichere Zukunft
Dennoch betont Ahlemeyer, dass das schwierige Marktumfeld bleibt. Diesem habe sich das Unternehmen nun aber angepasst. „Neue Strukturen und Prozesse sind in einer Art und Weise ausgelegt, die es erlaubt, auf Veränderungen im Marktumfeld schnell und flexibel reagieren zu können. Darüber hinaus werden neue Vertriebswege kurz- bis mittelfristig zusätzlichen Umsatz und Rendite generieren, welche dem Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg und insgesamt mehr Unabhängigkeit bringen sollen“, fügt Ahlemeyer abschließend hinzu.