Pumps aus Velours- und Glattleder, zarte Ballerinas, Loafer in verschiedenen Ausführungen, Slings, sportive Sneaker und Riemchensandalen aus schimmerndem Metallic-Leder; dazu Taschen von der Clutch bis zum voluminösen Shopper – das ist die neue Kollektion von Peter Kaiser. 40 Artikel bzw. 120 Modelle umfasst das Angebot. Das Farbspektrum reicht von Schwarz über Naturtöne bis hin zu Off-White und Weiß, ergänzt um frische Farben wie Hellblau und Pink. 50% der Kollektion seien bewährte Styles, wie man sie von Peter Kaiser kenne, berichtet Jürgen Cölsch. Dazu gehört etwa der Plateau-Pumps-Leisten Herdi, der nun unter dem Namen Milano weitergeführt wird. Die andere Hälfte seien neue Kreationen, die man als zeitgemäß und wichtig erachte. „Die Musik spielt in flachen bis mittleren Sprengungen“, so der Caprice-Geschäftsführer. Bei den Materialien habe man keinerlei Kompromisse gemacht, betont Cölsch: „Unser Team hat auf der ganzen Welt nach den besten Lederqualitäten gesucht.“ Einige Modelle sind in Sacchetto-Machart gefertigt und daher besonders leicht und flexibel. Für die Sohlen kommt unter anderem ein Material zum Einsatz, das die Eigenschaften echten Leders mit denen von synthetischem Material kombiniert, ergänzt um eine rutschfeste Intarsie. Alle Schuhe sind mit feinem Lederfutter ausgekleidet; eine weiche Latexpolsterung soll für zusätzlichen Komfort sorgen. Sämtliche Modelle wurden in Pirmasens entwickelt; bei Caprice ist dafür eine eigene Abteilung entstanden.
Stiller Luxus
Nicht nur die Leisten der Traditionsmarke hat Caprice übernommen: Auch einige Spezialmaschinen aus der mittlerweile geschlossenen Peter Kaiser Fabrik in Portugal wurden erworben und sollen in den kommenden Wochen in die Caprice-Produktionsstätten in Asien geliefert werden. So soll sichergestellt werden, dass die Schuhe der Marke in bewährter Weise gefertigt werden können. Wiederbelebt wurde das alte „PK“-Logo, das nun in Gold, ergänzt um einen schlichten Markenschriftzug auf dunklem Hintergrund, den „stillen Luxus“ von Peter Kaiser verkörpern soll. In den neuen Showrooms und auf Messen soll die Marke einen aufmerksamkeitsstarken Auftritt haben. Für den Handel wurden unter anderem Aufsteller entwickelt, mit denen am Point of Sale auf die Kollektion hingewiesen werden kann.
„Neu erwacht“
Die neue Marke unter dem Dach von Caprice ist einerseits ein weißes Blatt Papier, auf dem sich Neues gestalten lässt. Andererseits profitiert sie von den Strukturen der Wortmann Gruppe. „Das ist eine große Chance, die ein Start-up in der Regel nicht hat“, sagt Cölsch. So könne Peter Kaiser im Windschatten von Caprice Fahrt aufnehmen und seinen Weg in die Branche finden. Bei der ersten Kollektionspräsentation am 24. Mai für den Außendienst habe es viele positive Reaktionen gegeben und auch aus dem Handel habe man bereits Zuspruch erfahren. Begleitet wird der Saisonstart durch eine umfangreiche Werbekampagne. Auch hier hat man auf Bewährtes aus der Peter Kaiser-Historie zurückgegriffen und ein berühmtes Motiv aus den 90er-Jahren neu inszeniert. Dass Peter Kaiser „neu erwacht, und das ganz groß“, dokumentiert zudem ein Werbespot, der in Berlin gedreht wurde. Damit der Außendienst die Philosophie der Marke kennt und an den Handel kommunizieren kann, wurde eigens ein Buch erstellt, das alle wichtigen Information zur Geschichte von Peter Kaiser und den wichtigsten Elementen der neuen Kollektion enthält.
„Aus Leidenschaft“
Jürgen Cölsch blickt stolz auf die zurückliegenden sehr intensiven Monate. Manchmal sei es herausfordernd gewesen, aus der Fülle an Informationen, Wünschen und Ansprüchen das wirklich Wichtige herauszufiltern – und das mit dem Druck, bis Anfang Juni einen neuen Auftritt fertigzustellen. Nun freut sich der Unternehmer auf den Saisonstart. Er habe den Erwerb der Marke „aus Leidenschaft“ vorangetrieben, sagt er und fügt hinzu: „Ich glaube, wir haben den Nagel auf den Kopf getroffen“