„Die erste Saison lief reibungslos, aber als der Lizenznehmer Insolvenz anmeldete, mussten wir schnell handeln“, erzählt Erwin O. Licher. Zu dem Zeitpunkt seien die Schuhkollektionen schon teilweise in der Produktion gewesen. „Wir wollten die Produzenten nicht auf den Schuhen sitzen lassen“. Spontan nahm er Kontakt zu den Fabriken auf, übernahm die Kapazitäten, bezahlte alle Aufträge und konnte die Kollektion pünktlich ausliefern. Die Produktionsbetriebe in Italien und Portugal seien familiengeführte Traditionsunternehmen, die Handwerkskunst pflegen und von Generation zu Generation weitergeben. Diese Philosophie vertritt auch der Modeunternehmer, der Herrlicher als eine „Manufaktur feinsten Textil“ beschreibt. Der Vertrieb läuft über das Herrlicher Verkaufsteam, dass die Schuhe zusammen mit den Komplettkollektionen an den Modefachhandel verkauft. Der Sommer lief so einigermaßen, aber mit der dritten Kollektion H/W 2024 scheint der Durchbruch geglückt zu sein, freut sich der Firmeninhaber: „Auf einmal hatten die Kunden auch Vertrauen in unsere Schuhe und am Ende der Saison gab es dreimal so viele Orderaufträge wie zur Premiere auf der Shoes.“
„Wir lernen jede Saison dazu“
Die Schuhkollektion mit 21 Modellen – sechs für Männer und 15 für Damen – zeigt Schnürboots, Westernboots, Loafer und Sneaker. Die Modellauswahl erstellt Licher gemeinsam mit seinem Produktteam und den Produzenten. „Wir lernen jede Saison neu dazu“, erzählt Licher von seinen ersten „Schritten“. Alle Modelle werden so konzipiert, dass sie zur Komplettkollektion mit Jeans, Hemden, Shirts, Strick, Jacken und Accessoires passen. Schuhe sind für ihn eine weitere Warengruppe der Komplettkollektion. Die Preislagen gehen von 130 bis 260 Euro VK mit einer Kalkulation von 2,7, wie es in der Mode üblich ist. Der Saisonrhythmus soll für die Schuhe im Takt der Bekleidung mit vier Kollektionen im Jahr und Bestsellern ab Lager angepasst werden. Für die Schuhe wurde ein eigenes Logo entwickelt und sie werden in Herrlicher Schuhkartons verpackt.