Wie ist das vergangene Jahr für Nero Giardini gelaufen?
Das Jahr war für alle schwierig und auch für uns eine Herausforderung, aber Gott sei Dank ist am Ende alles gut gelaufen und wir können uns nicht beschweren.
Was erwarten Sie für 2025?
Ich erwarte, dass das Jahr 2025 mindestens so gut wie letztes Jahr sein kann, wo wir am Ende zufrieden waren. Also, nichts besonders. Wir werden die Entwicklung von 2024 wiederholen.
Die italienische Schuhindustrie scheint sehr unter Druck zu stehen. Wie schlägt sich Ihr Unternehmen?
Unser Unternehmen behauptet sich sehr gut, auch dank der Möglichkeiten, die wir dem Markt anbieten können: eine gute Kollektion mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis, gute Qualität und insbesondere ein super dynamisches B2B-Tool, wo unsere Ware schon zu Anfang der Saison unseren Kunden zur Verfügung steht. Und bei uns geht alles sehr schnell: Wenn wir sehen, dass ein Artikel sehr gut nachgefragt wird, produzieren wir nach und innerhalb von zehn Tagen ist die Ware für Nachbestellungen am Lager. Hier liegt eine unserer Stärken, und das macht einen großen Unterschied.
Welche Märkte entwickeln sich besonders gut? Welche enttäuschen?
Unser Heimatmarkt bleibt für uns immer der wichtigste. Aber Europa spielt für uns eine immer größere Rolle. Belgien, Frankreich und Irland sind unsere Hauptmärkte in Europa, aber was uns im Moment sehr freut, ist auch die gute Entwicklung der DACH-Region. Trotz der Schwierigkeiten insbesondere auf dem deutschen Markt sehen wir gute Möglichkeiten, uns hier zu entwickeln. Wir haben intensiv an der Kollektion gearbeitet, um unsere DACH-Kunden zufrieden zu stellen.
Der deutsche Handel befindet sich in einem massiven Umbruch. Wie blicken Sie auf diese Situation?
Ja, es ist eine sehr schwierige Situation in Deutschland: wirtschaftlich, sozial und politisch. Ich hoffe, dass Deutschland bald wieder wachsen wird. Aber ich bin mal positiv, nach schlechtem Wetter kommt immer die Sonne raus.
Aktuell sind in Deutschland Preissteigerungen in der Diskussion. Wie gehen Sie mit diesem Thema um?
Wie gesagt, wir bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Bei uns kann man einen Lederstiefel noch für 219 bis 229 Euro kaufen. Für ein Made in Italy-Produkt ist das wirklich wettbewerbsfähig – und nicht zu vergessen: Wir bieten eine sehr gute Kalkulation, mit der ein Kunde auch in der Sale-Phase eine gute Marge haben kann. Es ist unser Bestreben, die Preise der letzten Saison stabil zu halten, auch wenn das manchmal natürlich schwierig ist. Aber wir geben unser Bestes, um unsere Kunden nicht zu enttäuschen.
Für H/W 2025/26 zeichnet sich ein Stiefel-Trend ab. Nero Giardini steht unter anderem für dieses Segment. Spüren Sie bereits eine steigende Nachfrage?
Ja, absolut! Im Winter 2023 haben wir schon die ersten Hinweise in unseren Daten gesehen. Im Jahr 2024 haben wir die Bestätigung bekommen, dass die Stiefel ein großes Thema sein werden, und aus diesem Grund haben wir eine H/W- Kollektion realisiert, in der Stiefel eine sehr große Rolle spielen.
Wo liegen weitere Schwerpunkte in Ihrer Kollektion?
In unserer Herbst/Winter 2025-Kollektion haben wir eine leichtere Sohle umgesetzt und ein sehr weiches Fußbett. Komfort und technisches Know-how sind sicherlich die Schwerpunkte unserer Kollektion.
Glauben Sie, dass es nach dem Sneakertrend wieder klassischer in der Mode wird?
Absolut! Es wird eine Rückkehr zu klassischen Styles geben. Es gibt zweifellos ein großes Sneaker-Angebot im Markt und es sieht so aus, dass die Menschen allmählich formeller und eleganter angezogen sein wollen.
Nennen Sie uns einen ikonischen Schuh aus Ihrer neuen Kollektion!
Sicherlich der Stiefel mit dem Elastikeinsatz hinten. Dieser Stiefel passt sich wirklich an jedes Bein an. Und er ist gleichzeitig elegant und lässig. Also ein Schuh für jede Gelegenheit.