Desma entwickelt bereits seit einigen Jahren Automatisierungslösungen speziell für dieses Tätigkeitsfeld. Schuhproduzenten sind weltweit auf der Suche nach alternativen Lösungen zur manuellen Fertigung. Die Gründe dafür sind offensichtlich. Nur durch einen hohen Automatisierungsgrad sind die Produzenten in der Lage, eine gleichbleibend hohe Qualität von Schuhen zu liefern. Zum anderen steigen die Lohnkosten in Asien und speziell in China Jahr für Jahr überproportional. Um lohnkostenunabhängiger produzieren zu können, ist es naheliegend, gewisse Arbeitsschritte zu automatisieren. Experten sprechen bereits von der industriellen Revolution in der Schuhfertigung.
Im sogenannten ’Klebeverfahren‘, oder ’Cementing‘-Bereich, bietet Desma unter dem Markenname Amir wesentliche Automatisierungslösungen an. Amir steht für ’automatisierter Materialfluss mit integrierten Robotern‘. AmirC steht speziell für den Cementing-Bereich. Es handelt sich hierbei um die Sohlenzelle und die Schaftbearbeitungszelle bzw. Schaftbearbeitungslinie.Die Sohlenzelle ist eine automatisierte Fertigungszelle, bei der die Sohlen fast undefiniert auf ein Transportband gelegt werden. Die individuellen Sohlen werden von einem 3D-Scanner erfasst und anschließend mit einem integrierten Roboter konturgenau mit Klebstoff besprüht. Alle gängigen Sohlenmaterialien können mit verschiedenen Klebstoffen automatisch besprüht werden. Es ist vorher lediglich eine Basis-Programmierung erforderlich. Vorzugsweise werden reaktive Hotmelt-Systeme im Sprühverfahren aufgetragen. Hotmelt kann nicht manuell aufgetragen werden. Dieses Klebstoffsystem in Kombination mit automatisierter Auftragung sorgt für eine perfekte Haftung zwischen Schaft und Sohle. Hotmelt-Klebstoffsysteme haben den entscheidenden Vorteil, dass der Klebstoff nur einseitig aufgetragen werden muss, was Zeit spart. Zum anderen ist es nicht notwendig den Schaft vorzubehandeln. Auch das ist ein enormer Vorteil. Darüber hinaus ist es auch möglich, wässrige und lösemittelhaltige Klebstoffsysteme in der Desma-Sohlenzelle zu verarbeiten. Desma-Kunden setzen diese Technik bereits seit einigen Jahren erfolgreich ein.
Ein gefürchtetes Risiko aller Schuhproduzenten ist eine mangelnde Haftung zwischen Schaft und Sohle. Durch Einsatz der Sohlenzelle ist es gelungen, die Reklamationsquote drastisch zu senken. Unter dem Markennamen AmirC bietet Desma neben der Sohlenzelle auch die Schaftbearbeitungszelle an. Eine perfekte Haftung ist nicht nur von der Qualität des Klebstoffauftrages auf der Sohle abhängig, sondern auch von der idealen Vorbereitung des Schaftes. Nur in Kombination kann eine perfekte Haftung erreicht werden. Die Schaftbearbeitungszelle besteht aus einem Handlingroboter, der den Leisten mit aufgezogenem Schaft verschiedenen Bearbeitungsschritten nacheinander zuführt. Der Schaftboden und die Seitenkonturen müssen geraut werden, um Oberflächenbeschichtungen zu entfernen. Das Rauen führt zu einer größeren Oberfläche, damit der Klebstoff tief in die geraute Lederstruktur eindringen kann. Anschließend wird der Schaft mit rotierenden Bürsten mechanisch oder per Luftstrom gereinigt, bevor dann der Klebstoff auf den Schaft aufgetragen werden kann. In der manuellen Schuhfertigung werden die Schäfte angezeichnet, damit der Bediener die gewünschte Kontur raut und den Klebstoff exakt aufträgt. Diese manuelle Arbeit ersetzt ebenfalls die Schaftbearbeitungszelle mit Hilfe des Roboters. Der Bediener muss der Schaftbearbeitungszelle also lediglich den aufgezogenen Leisten auf einer Übergabestation zur Verfügung stellen. Alle notwendigen Bearbeitungsschritte werden innerhalb der Zelle ausgeführt. Dadurch werden enorme Rationalisierungen möglich. Die Schaftbearbeitungszelle gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, welche sich lediglich darin unterscheiden, dass entweder der Leisten zum Werkzeug transportiert wird oder die Werkzeuge zum Leisten. Ähnlich wie bei der Sohlenzelle, kann die Schaftbearbeitungszelle als Einzelaggregat betrieben werden oder in Fertigungslinien integriert werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Sohlenzelle mit der Schaftbearbeitungszelle zu kombinieren.
Desma ist weltweit ein zuverlässiger Partner in der Schuhindustrie und kennt deshalb die Herausforderungen der Schuhproduzenten sehr genau. Der Produktionsdruck nimmt stetig zu. Die Qualität der Schuhe muss beibehalten bzw. gesteigert werden und das am Besten in Kombination mit sinkenden Fertigungskosten. Darüber hinaus wünschen sich die Endkunden immer vielfältigere Schaftmaterialien und Designs. Diese Kombination aus Qualität, Kosten, Flexibilität und Vielfältigkeit ist eine herausfordernde Aufgabe für jeden Schuhproduzenten. Desma steht für Innovationen in der Schuhindustrie und ist als Technologieführer weltweit anerkannt. Durch die Neuentwicklung der AmirC Produkte, wie am Beispiel der Sohlen- und Schaftbearbeitungszelle gezeigt, ist Desma erneut eine anwenderorientierte Entwicklung gelungen.
Die Firma Klöckner Desma Schuhmaschinen GmbH mit Firmensitz in Achim bei Bremen existiert seit 1946. Desma spielt seit Jahrzehnten eine entscheidende Rolle in der weltweiten Schuhproduktion. Besonders stark ist das Traditionsunternehmen aus Achim in der sogenannten Direktansohlung. Hierbei wird auf vollautomatisierten Anlagen die Sohle direkt an den Schuh-Schaft angespritzt. In diesem Bereich ist Desma Weltmarktführer.Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage www.desma.de.■