Getragen wurde der Umsatzwachstum vom Inlandgeschäft, das im vergangenen Jahr um 8,3% auf 2,2 Mrd. Euro angestiegen ist. Laut Manfred Junkert wurde der Umsatzzuwachs „nur von einigen wenigen Herstellern sowie dem weiterhin andauernden Hype im Sneaker- und Sportschuhbereich“ getragen. Für eine ebenso gute Umsatzentwicklung sorgten die Sicherheitsschuhhersteller, während viele der großen Straßenschuhhersteller stagnierende oder rückläufige Umsatzzahlen gemeldet haben.
Exporte der deutschen Schuhhersteller steigen
Trotz der nur langsam wieder anziehenden Weltwirtschaft sind nach Angaben des HDS/L Hauptgeschäftsführers die Exporte in 2016 um 6,6% auf 254 Mio. Paar Schuhe angestiegen. Die Schuhimporte stagnierten mit einem Plus von 0,6% bei 658 Mio. Paar Schuhe. Ein besonders starkes Jahr hatten die Hersteller von Sportschuhen in den USA. Dort konnten sie gegenüber dem Vorjahr fast 80% mehr Sportschuhe absetzen.
Ausblick 2017
Nach Ansicht von Manfred Junkert bringt das Jahr 2017 für die deutsche Schuhindustrie „viel Unsicherheit, aber auch viel Potenzial“. Die Auswirkungen der politischen Entwicklungen bei vielen Handelspartnern wie Frankreich, Großbritannien und den USA seien zum Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Diese könnten sich jedoch zu einem erheblichen konjunkturellen Risiko entwicklen. Die Tendenz zunehmender Abschottung nationaler Märkte mit der Einführung neuer Handelshemmnisse gefährde das Absatzpotenzial im Ausland und Inland gleichermaßen. So erwarten laut einer Umfrage des HDS/L 58% der Hersteller ein stagnierendes oder rückläufiges Exportgeschäft. 53% gehen von einem stagnierenden oder rückläufigen Umsatz aus. Zudem werden die Herausforderungen der Branche im Digitalisierungsbereich hinzukommen.