Die Preise für die über Distanz handgefertigten Schuhe beginnen bei 1.250 Euro. Für den ersten Schuh eines Kunden, bei dem erst der Leisten gefertigt werden muss, gibt es einen Aufschlag, auch die Styles und Farben beeinflussen den Preis. Im Vergleich zu traditionellen Maßanfertigungen sind die Schuhe dennoch günstig. Die Maßanfertigung zu demokratisieren und dafür zu sorgen, dass mehr Menschen Zugriff darauf haben, war der Antrieb für Simon Wegmann, seinen Service zu starten. Wobei sich seine kühnsten Träume nicht als realisierbar herausstellten: „Ganz ursprünglich war meine Traumvorstellung, Schuhe für 600 bis 800 Euro anzufertigen. Ich dachte am Anfang, dass man sich die Anprobe vielleicht komplett sparen könnte, um nur mit den Maßen zu arbeiten. Diese Schuhe waren dann tragbar, aber nicht besser als Schuhe von der Stange.“ Nur mit Zahlen zu arbeiten, sei bei aller Objektivität also keine Lösung gewesen, die glücklich macht. Das Gefühl muss stimmen. Mit dem aktuellen Prozess hätten sich die aktuellen Preislagen als Optimum herausgestellt. Neben dem Preis soll vor allem die globale Verfügbarkeit Menschen entgegenkommen, die in Regionen leben, in denen es keine so verwurzelte Kultur an Maßschuhen gibt oder wo die Wege zum nächsten Maßschuhmacher schlicht länger sind als in Europa. Tatsächlich ist Europa für Wegmann nicht der wichtigste Markt. Die meisten Schuhe werden nach Nordamerika und Asien versandt.
Proudly made in China
In der Bespokeszene wurde die Marke viel besprochen. Eine Tatsache sorgte bei einigen zunächst für Skepsis. „Are Bespoke Shoes From China Good?!“, titelte zum Beispiel Youtuber Kirby Allison in seinem Testvideo. Das Leder der Schuhe stammt aus Europa, gefertigt werden sie in Shanghai. Wegmann hat Werkzeuge fertigen lassen und sich lange ausgetauscht, bis die Schuhe dort nach seinen Vorstellungen gefertigt werden konnten: „Die passende Werkstatt zu finden war die größte Herausforderung“. Vor allem die Lockdowns in China machten den Austausch schwer. Aber Kontakte in der Schustercommunity, in die Wegmann schnell einen Weg fand, hätten geholfen, den richtigen Partner zu finden. Dass sich dieser in China befand, war eher Zufall. Letztlich sei es nicht wichtig, wo die Schuhe hergestellt werden. Gute Schuhe könnten überall produziert, Mitarbeitende überall fair bezahlt werden, ist Wegmann überzeugt: „In China waren die Möglichkeiten der skalierbaren Produktionen am ehesten vorhanden. In Europa gab es Fabriken, die nicht flexibel genug waren und kleine Werkstätten, die aber keine Kapazitäten haben, um über die eigenen Aufträge hinaus Projekte zu starten.“ Was Kirby Allison zu den Schuhen zu sagen hatte? „They fit well. They do a good job.”