Abgewickelt wurde die Transaktion über die Tochtergesellschaft Manifatture Italiane, die ihren Betriebssitz in den bisherigen Büros von Fabi hat. Fabi wurde 1965 gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Produzenten im Schuhdistrikt Fermo-Macerata. Nach einer Phase des Wachstums – mit bis zu 370 Beschäftigten und einem Umsatz von 46 Mio. Euro im Jahr 2012 – geriet das Unternehmen infolge des Einbruchs des russischen Marktes in Schwierigkeiten. 2024 folgte eine gerichtlich genehmigte Umschuldungsvereinbarung mit Banken und Finanzgläubigern. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Fabi noch rund 170 Mitarbeiter.
Für Dolce & Gabbana bedeutet die Übernahme den Zugang zu den Marken Fabi und Barracuda, die als „mit interessanten Entwicklungsmöglichkeiten“ eingestuft werden. Beide trugen bereits teilweise zum Umsatz von Manifatture Italiane bei, der zwischen April 2024 und März 2025 bei 11,8 Mio. Euro lag. Im Gesamtergebnis von Dolce & Gabbana belief sich der Umsatz 2024/25 auf 1,9 Mrd. Euro (+4 %), während sich der Nettoverlust auf 116,8 Mio. Euro erhöhte.
Die Nettofinanzposition des Unternehmens ist mit –453 Mio. Euro negativ. Vor diesem Hintergrund war in den vergangenen Monaten über eine mögliche Investorensuche sowie über Umschuldungen spekuliert worden. Mit der Integration von Fabi und Barracuda beginnt für den Schuhhersteller in den Marken nun ein neues Kapitel, das Impulse für die Region und die lokale Schuhindustrie setzen könnte.