Preislich soll Para Ti selbstbewusst und stabil platziert werden mit Preislagen zwischen 120 und 180 Euro im Verkauf. Es ist ein bewusster Gegenentwurf zum aktuellen Preiskampf. Auch Fachhändler, die früher ausschließlich höherpreisige Produkte angeboten hätten, seien nun verstärkt auf der Suche nach günstigen Schuhen. Eine Entwicklung, die durch die aktuellen Teuerungen nur bestärkt wird. Die aktuelle Preissensibilität bestätigt Vogel allerdings nur darin, dass der von ihm eingeschlagene Weg der richtige ist: „Nach der Pandemie wollte ich etwas Eigenes machen. Ich habe die Marke gerade in der schwierigen Zeit aufgebaut, um ein Umdenken anzustoßen.“ Mit dem steigenden Bewusstsein für Lieferkettenprobleme und Nachhaltigkeit müsse sich damit beschäftigt werden, wie viel an der Produktion eines guten Schuhs hängt. Viele Arbeitsschritte müssten im Preis berücksichtigt werden: seien es das Sourcing und der Transport hochwertiger Rohstoffe oder die faire Bezahlung der Mitarbeitenden. „Ein Qualitätsschuh muss das kosten, was er wert ist“, ist Vogel überzeugt. Gerechtfertigt wird der Preis der Para Ti-Schuhe durch den Einsatz natürlicher Materialien wie recyceltem Leder, Naturkautschuk oder Gummi: „Es braucht Zeit, um Materialien zu finden, die natürlich und wirklich hochwertig sind“, erklärt Vogel den aufwändigen Sourcing-Prozess. Die natürlichen Materialien sollen nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Fuß guttun. Oberstes Designziel sei, dass die Schuhe sich so weich anfühlen wie möglich. Schließlich sei der Preis so gestaltet, dass er dem Handel zugutekommt. Die Schuhe werden mit einer Dreierkalkulation angeboten.
Die Preislage sei als Newcomermarke dennoch schwierig zu vermitteln gewesen, gibt er zu. Viele Händlerinnen und Händler hätten sich interessiert gezeigt, wollten aber auch abwarten, bevor sie bei einer neuen Marke ins Risiko gehen. Vogel setzt darauf, die Marke jetzt im Herbst/Winter richtig etablieren zu können, und stellt sie dafür in seinem Showroom in Wardenburg und auf Messen vor. Zuletzt auf der Modemesse Fashn, wo durch die Kooperation mit der umgezogenen Neonyt auch die Nachhaltigkeitsszene angelockt werden soll. Um das Vertrauen des Handels zu gewinnen, müsse er als Vertriebler selbst Durchhaltevermögen zeigen und das Konzept langfristig durchziehen. Vogel setzt auf seine Erfahrung in der Branche und darauf, dass viele Händlerinnen und Händler ihm vertrauen, wenn er von einem Produkt überzeugt ist.