Die Beliebtheit der Essenz lässt sich auch bei den Händlern spüren: „Die Essenz ist eine super Messe. Hier herrschen eine intime Atmosphäre und ein super Angebot“, sagt Bruno Martucci (Reflex Shoes). „Die Messe konzentriert sich genau auf das, was wir verfolgen. Sie bildet also die ’Essenz‘ von allem, was wir suchen.“ Und der Herbst? „Der fing relativ gut an. Die Leute sind guter Dinge“, so Martucci weiter. Auch Raimund Cordes (Schuhhaus Cordes) ist mit der aktuellen Saison zufrieden. „Wir merken einen starken Trend, hin zur Akzeptanz von Preis und Qualität.“ Des Potenzials der späten Messe ist er sich dabei bewusst: „Nach Shoes, Micam und den anderen Messen gehen wir jetzt erwartungsvoll, aber gleichzeitig sicher zur Essenz.“ Diese Sicherheit betreffe vor allem die aktuellen Trendentwicklungen. „Wenn man etwas beim ersten Vorbeilaufen vielleicht nicht verstanden hat, denkt man beim dritten oder vierten Mal: Hey, das ist cool! Das gibt einem das sichere Gefühl, den Kunden dann auch das Richtige anbieten zu können.“
„Die Lieferanten haben in dieser Saison gut gearbeitet“, sagt Bruno Martucci zum Angebot auf der Messe. „Wenn früher mal Blau im Trend war, gab es nur noch Blau. Wenn es Spitz war, gab es nur noch Spitz. Heute bestellen wir alle Farben und Formen. Wir arbeiten dabei nur mit europäischen Lieferanten zusammen, und die müssen wir auch unterstützen in diesen Zeiten.“ Mit dem Verlauf der Trends mithalten zu können, ist nicht selbstverständlich, weiß Martina Denkstein (Alma en Pena, Wonders): „Unsere Kollektionen kamen gut an, also wurde auch gut geordert. Man muss sich in diesen Zeiten anpassen, ansonsten hinkt man hinterher. Es ist wichtig, dass man den Kunden eine gewisse Kontinuität bieten muss, aber auch neue Produkte.“ Im Fokus standen dabei vor allem die leichten Sohlen und Sandalen bei Wonders, während bei Alma en Pena Mary Janes in den Vordergrund rückten.
„Natürlich muss man schauen, was im Trend ist und was authentisch“, sagt Alexander Birnstiel, „gerade wenn die Einkäufe bei den Herren zurückgehen. Kräftige Farben sind Teil unserer DNA. Und es wird auf Qualität geguckt, solange es nicht 200 Euro sind. Bei 160 sehen wir die Schmerzgrenze.“ Die noch junge Brand Passi d’Autore aus der italienischen Region Marken nutzte die Essenz, um in Deutschland neue Kunden anzusprechen. „Bei uns wird ein weißer Sneaker mit farbigem Harz überzogen oder mit Zeichnungen versehen. Wir sind jetzt zum dritten Mal auf der Essenz und sehr zufrieden. Da aber vor allem Concept Stores zu uns passen, muss man die Kunden manchmal wie Diamanten suchen.“ Ähnlich selektiv ist Satorisan: „Die Marke möchten wir langsam aufbauen und setzen dabei vor allem auf kleinere Player“, erklärt Stefan Grön. „Der Inhaber der Marke denkt einfach etwas anders, etwa bei den Preisen: An 365 Tagen im Jahr gibt es nicht eine Reduzierung. Und das versteht der Handel. Von daher bin ich zufrieden.“