European Clearing Center

Etos und Brandt Software wollen ECC als Branchenlösung stärken

Die beiden Dienstleister wollen künftig enger zusammenarbeiten und gemeinsam das European Clearing Center als Branchenlösung vorantreiben. Dieses Bestreben unterstützt der HDS/L.

Seit das European Clearing Center 2008 gegründet wurde, hat es sich nach Überzeugung von Geschäftsführer Jörg Frommann zu einem „Dienstleister für Daten“ weiterentwickelt. Mehr als 230 Transaktionen sowie Informationen zu über 2,5 Mio. Artikeln laufen inzwischen nach Angaben der Betreiber über das ECC. 807.000 Produktbilder seien über das Clearing Center verfügbar, davon 104.000 in hoher Qualität. 878 Händler sowie 385 Lieferanten arbeiten mit dem ECC zusammen. „Alle wichtigen Lieferanten sind an Bord“, ist Jörg Frommann überzeugt. „Deshalb ist das ECC die Plattform für die Branche, noch weit mehr als 2008.“

An dem Unternehmen beteiligt sind mit jeweils 15% die Verbundgruppen ANWR und Sabu sowie der HDS/L. 55% hält die ETS GmbH. Damit ist es auch aus Sicht des HDS/L ideal als Branchenplattform für den Daten- und Informationsaustausch geeignet.

Für den Bundesverband der Schuhindustrie (HDS/L) unterstreicht Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert die Rolle des ECC: „Nutzen Sie das ECC für den Daten- und Informationsaustausch. Mit dem ECC erreichen Sie alle Marktteilnehmer inklusive der Verbundgruppen über eine einzige Schnittstelle und über einen einzigen Ansprechpartner.“ 

Die Software-Anbieter Etos und Brandt wollen nun in einer neu gebildeten Partnerschaft die Rolle des European Clearing Centers stärken. „Wir wollen gemeinsam eine Branchenlösung schneller und breiter nach vorne bringen“, erläutert Jörg Dufner von Ariston Informatik. Über das ECC sollen alle Informationen und jedweder Content zu Artikeln für die Branchenakteure zur Verfügung stehen. „Wir brauchen eine solche zentrale Stelle“, so Jörg Frommann, „und wir wollen das Thema verbands- und landesgrenzenübergreifend lösen.“ Die Datenhoheit behalten dabei die Lieferanten. „Sie sollen entscheiden können, wer wann in welcher Tiefe Ihre Daten nutzt“, so Jörg Frommann.

Künftig soll im Zuge des ’Schulterschlusses der Handelssysteme‘ Etos und Brandt die EDI-Anbindung aller Handelssysteme der beiden Partner ausschließlich über das European Clearing Center (ECC) laufen. Verbände, Portale und andere Drittsysteme sollen zentral über das ECC versorgt werden. Ebenso soll die Meldung von Artikel-Verfügbarkeiten und POS-Daten ausschließlich über die zentralen Webservices des Clearing Centers erfolgen. In Ergänzung soll Artikelcontent aus den angeschlossenen Systemen aufgebaut werden – dabei fließen Informationen aus Handel und Industrie ebenso zusammen wie von den beiden Kooperationspartnern Mifitto und Fashioncloud. Ausgebaut werden soll auch die ERIX-Marktdatenbank, die aus einem Potenzial von 2.193 Händlern mit 8.257 Filialen ihre Informationen schöpft. Die Datenbank soll zudem für den Echtzeitzugriff über Online Analytical Processing (OLAP) optimiert werden.

 

„Strategische Partnerschaft“

 

Wie Jörg Frommann (Etos/ECC) und Jörg Dufner (Ariston Informatik/Brandt Software) am Rande der Gallery Shoes in Düsseldorf erklärten, erreiche man gemeinsam das größte Händlernetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 1.803 Schuhhändler mit 5.563 Filialen seien angeschlossen; dies entspreche einem Marktanteil von mehr als 45%. Mehr als die Hälfte der größten Filialisten gehören zum Kundenstamm beider Unternehmen. Neben Etos und den Warenwirtschaftssystemen Bits (SBH) und HIS gehören auch die österreichischen Systeme WWS2000 und CV-Schuh zum Angebot der beiden Partner.

55% der Fachhändler haben Verträge mit dem ECC, Etos oder den Unternehmen der Brandt Gruppe. Dies entspreche 62% des Umsatzes im Fachhandel (2.193 Schuhhändler mit 8.257 Filialen).

 

Neue Services

 

Rechnungsdaten können zur Archivierung im Rechnungsportal von Sabu und ANWR an das ECC gesendet werden. Ohne zusätzliche Kosten sei damit, so Jörg Frommann, eine steuerkonforme und rechtssichere Archivierung aller Dokumente gewährleistet.

Neu ist auch die Verfügbarkeitsanzeige. Hierzu wurde die bestehende Schnittstelle Lagerbestand (INVRPT) um das Merkmal ’verfügbar‘ erweitert. Sie enthält damit entweder einen Status (’verfügbar‘ oder ’nicht verfügbar‘) oder transparente Bestandszahlen. Onlineshops, Service Apps o.ä. können damit in Echtzeit online die Verfügbarkeit einer Größe ermitteln.

Die Funktion der verlängerten Ladentheke ist über das ECC ebenfalls einsetzbar. Lieferanten erhalten die Bestellung mit der Lieferadresse des Endverbrauchers über das ECC - und können sie entweder direkt an diesen senden oder alternativ zum Händler.

 
Petra Salewski / 29.08.2017 - 12:55 Uhr

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