Die Beamten wollen prüfen, ob die Gruppe seit 2009 Preise auf Touren nach und von Europa untereinander festgelegt hat. In dem Fall hätten die Unternehmen gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Sollte ein Unternehmen für schuldig befunden werden, kann die EU erhebliche Strafen verhängen: Möglich sind Geldbußen von bis zu 10% des weltweiten Umsatzes.
Wen die EU genau ins Visier nimmt, sagte sie jedoch nicht. Allerdings haben Maersk Line und die Schweizer MSC eingeräumt, auf der Verdachtsliste zu stehen. Maersk erklärte schriftlich, das Unternehmen gehe nicht davon aus, gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Insgesamt sollen 14 Unternehmen im Visier der Wettbewerbshüter stehen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Den Verdacht der Wettbewerbshüter weckte die Preispolitik der Reedereien. Mehrmals pro Jahr seien „Betrag und Termin der Erhöhungen angekündigt worden, die in der Regel zu einem ähnlichen Zeitpunkt vorgenommen werden.“ Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Die Kommission hat Bedenken, dass die Unternehmen einander auf diese Weise über geplante Preiserhöhungen informieren und den Wettbewerb dadurch beeinträchtigen könnten, dass sie zum Nachteil der Verbraucher höhere Preise auf dem Markt für Linienschifffahrtsdienste für die Container-Beförderung auf Strecken von und nach Europa durchsetzen.“
Das Container-Geschäft ist derzeit besonders hart umkämpft. Auch Jahre nach Ende des Neubau-Booms sind zu viele Schiffe für zu wenig Ladung auf dem Markt. Mehrere Versuche, die Frachtraten zu erhöhen, sind gescheitert. Nun wollen sich die drei größten Unternehmen in der sogenannten P3-Allianz zusammenschließen und so Kosten sparen. Ob und wie die Allianz wirklich kommt, ist aber unklar – der Plan hat ebenfalls die Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen.