Nach Angaben der Behörde handelt es sich um die bislang höchste Strafe auf Grundlage des Digital Services Act (DSA). Die Kommission wirft Ali Express vor, die Risiken durch illegale, unsichere und gefälschte Produkte auf der Plattform nicht ausreichend bewertet und begrenzt zu haben. Beanstandet werden unter anderem Schwächen bei der Überwachung von Angeboten sowie bei den Maßnahmen gegen Händler, die wiederholt gegen Vorgaben verstoßen. Als Beispiele nennt die Behörde gefälschte Bekleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetikprodukte.
Ali Express muss der EU-Kommission bis zum 20. Oktober 2026 einen Maßnahmenplan vorlegen. Darin soll das Unternehmen darlegen, wie es die festgestellten Defizite beheben und die Einhaltung der DSA-Vorgaben künftig gewährleisten will. Bei einer unzureichenden Umsetzung drohen weitere Zwangsgelder.
Ali Express hält die Höhe der Strafe für unverhältnismäßig und verweist auf bereits vorgenommene Verbesserungen seiner Kontroll- und Risikomanagementsysteme. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben mögliche rechtliche Schritte.
Für Marken und Händler ist die Entscheidung auch mit Blick auf den Umgang großer Online-Plattformen mit Produktfälschungen und nicht konformen Waren von Bedeutung.