Verkündet wurde die Hiobsbotschaft um 9 Uhr, als Michael Zielke, Filialgeschäftsführer Karstadt Leipzig, die Mitarbeiter auf einer Belegschaftsversammlung über die erfolglos gebliebenen Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer informierte. Bereits seit Anfang des Jahres habe man mit Even Capital verhandelt. Statt eine wirtschaftlich tragfähige Alternative für Karstadt anzubieten, beharrte der Luxemburgische Vermieter auf eine Mieterhöhung um satte 68%. Dabei sei die Miete in Leipzig längst dem üblichen Marktpreis angepasst und im Vergleich zu anderen Großstädten keineswegs zu niedrig taxiert worden. Doch alle Bemühungen, beiderseitig ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, schlugen der LVZ zufolge fehl. Am 31. März 2018 ging das Kündigungsschreiben ein.
„Wir wissen, dass damit nicht nur Leipzig eine beeindruckende Einkaufsstätte und Karstadt eine erfolgreiche Filiale verlieren wird, sondern, dass damit im Warenhaus, bei Karstadt Reisen, bei Karstadt Lebensmittel, bei Le Buffet und weiteren Partnern insgesamt 300 Arbeitsplätze gefährdet sind – und zwar ohne Not“, erklärt Michael Zielke. „Wir haben wirklich alles getan, was wir tun konnten, um diese Kündigungs-Entscheidung des neuen Eigentümers zu verhindern. Erfolglos!“
Wie aus dem Mitarbeiterschreiben hervorgeht, will Michael Zielke für den Erhalt der Karstadt-Filiale in der Leipziger Petersstraße kämpfen. „Wir werden auch in den kommenden Wochen versuchen, mit Hilfe der Leipziger Bürgerinnen und Bürger und mit der Politik dahingehend ins Gespräch zu kommen, dass uns eine Möglichkeit geschaffen wird, in Leipzig zu bleiben.“