Das neue Kinderschuhgeschäft gehört ebenso wie vier weitere Fink-Geschäfte im Main-Taunus-Zentrum zum Portfolio der insgesamt 23 Flächen, die von der MSG übernommen werden (schuhkurier berichtete). Eine fünfte Fläche, die Fink in dem Einkaufszentrum unterhält, geht an einen weiteren Investoren, dessen Name noch nicht kommuniziert werden könne, so Fink-Geschäftsführer Michael Sylvester. Ein weiteres Geschäft in Erfurt werde vom Schuhhandelsunternehmen Leifer, Gotha, übernommen, so Sylvester weiter. Somit seien für 25 Filialen Investoren gefunden. Weitere Gespräche würden nach wie vor geführt.
13 Filialen droht das Aus
Mindestens dreizehn der ursprünglich insgesamt 43 Filialen dürfte das Aus drohen. Während sich für die Schuh- und Sportgeschäfte interessierte potenzielle Investoren fanden, sei es nicht gelungen, für das junge Danny-Konzept Käufer zu gewinnen, so Sylvester. Von den Schließungen betroffen wären etwa 100 Mitarbeiter, die zunächst für zehn Monate in einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft weiter beschäftigt werden und dort 80% ihres bisherigen Gehalts erhalten.
Kinderschuhkonzept für alle Altersgruppen
Das neue Kinderschuhgeschäft, nach den Worten Sylvesters „das Innovativste, was man im Kinderbereich findet", bietet Warenwelten für den Lauflernbereich, Kinder und Jugendliche. Ein spezielles Ladenbaukonzept soll den Bedürfnissen der verschiedenen Kundengruppen Rechnung tragen. Zum Markenportfolio gehören unter anderem Ricosta, Superfit, Momino, Dockers, Däumling, Puma, Adidas, Naturino und Bisgaard.
Für den Fink-Geschäftsführer ergibt der Solo-Auftritt von Kinderschuhen in mehrfacher Hinsicht Sinn: „Im Schnitt haben Kinderschuhe einen Marktanteil von 6%. Bei Fink liegt dieser Anteil traditionell bei 12%. Wir wachsen im Kinderschuhbereich gegen den Trend." Zudem wolle man gerade durch die Hinzunahme auch von Schuhen für Jugendliche den Kundenkreis erweitern. Angepeilt ist mit Boyz ‘n’ Girlz ein Jahresumsatz von 1,2 Mio. Euro. Das entspricht etwa 34.000 Paar verkaufter Schuhe.
Das Boyz ‘n‘ Girlz-Konzept, mit dem Fink jetzt an den Start geht, soll durch ein modernes, kindgerechtes Ambiente überzeugen. Gezielt setze man auf Fachhandelsmarken im durchaus auch gehobenen Preissegment. Sylvester: „Ich kann mir vorstellen, dass man mehr aus einem solchen Konzept macht."
Zugleich verweist Sylvester auf die vor der Zahlungsunfähigkeit von Fink vollzogenen Schritte: So habe man sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Restrukturierung befasst, im Zuge derer wahrscheinlich ohnehin Filialschließungen notwendig geworden wären. Nicht mehr ausreichende Kreditlinien hätten dann die Insolvenz nach sich gezogen. Allerdings habe sich Fink in den letzten Monaten des Jahres 2013 insgesamt besser als die Branche entwickelt und auch im Januar 2014 ein Plus im Vergleich zum Vorjahr erzielt. „Das Unternehmen ist im Kern komplett intakt, das Geschäftskonzept nach wie vor erfolgreich am Markt unterwegs", so Sylvester.