Franco Fiore, ein in der Branche geschätzter Handelsvertreter aus Stra bei Venedig, ist am 21. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren verstorben. Über viele Jahre hinweg war er in verschiedenen europäischen Märkten aktiv und betreute unter anderem die Marken Valbrenta, Tacchetto, Valmy Moda, Pons Quintana, J’hay, Baraca und Ana Bonilla in der Schweiz, Deutschland, Österreich und den Niederlanden.
Sein Weg in die Schuhbranche begann Anfang der 70er-Jahre als Handelvertreter zunächst für italienische Marken. Viele dieser Firmen verließen nach und nach den Markt, und Franco Fiore nahm im Zuge dessen auch spanische Marken in sein Portfolio auf. Vor allem mit der Inhaberfamilie des menorquinischen Schuhherstellers Pons Quintana verband ihn über viele Jahre eine enge und vertrauensvolle Beziehung. Das berichtet seine Tochter Daniela Fiore im Gespräch mit schuhkurier. „Er war der erste Schuhvertreter für Pons Quintana in Deutschland, Österreich und der Schweiz und er hat ganz sicher maßgeblich zum Erfolg der Marke in diesen Märkten beigetragen“, so Daniela Fiore.
Der Schuhliebhaber war natürlich regelmäßig auf der GDS, aber auch auf Messen in München sowie in den Niederlanden und in Mailand präsent. Er stand in einem guten und engen Kontakt zu Verbundgruppen wie der Rexor, und er pflegte einen regelmäßigen Austausch mit Filialisten wie Siemes, Zumnorde, Tretter, Salamander, Leiser und Stiefelkönig. „Viele bekannte Namen der Branche standen in seinem Adressbuch“, berichtet Daniela Fiore.
Es sei ihrem Vater wichtig gewesen, einen fairen Wettbewerb zu betreiben. Er habe immer Wert darauf gelegt, dass es auch seinen Konkurrenten gut ging. Wichtig seien ihm auch die kleinen Schuhgeschäfte gewesen. Er sorgte dafür, dass Händler in einer Stadt unterschiedliche Sortimente aufbauen konnten, damit jeder im Markt bestehen konnte. Oft unternahm Franco Fiore Rundgänge in Innenstädten und brachte die Trends, die er dort sah, als Impulse mit zu den Schuhherstellern, für die er arbeitete. „Er wollte immer das Beste für seine Kunden“, sagt seine Tochter Daniela. „Er liebte seine Arbeit sehr, die er nach besten Kräften zu erledigen versuchte und die ihm viel persönliche Befriedigung verschaffte.“
Mit 65 Jahren trat Franco Fiore seinen Ruhestand an. Aber auch nach seinem Rückzug aus dem aktiven Berufsleben blieb er der Branche verbunden und verfolgte deren Entwicklungen weiterhin aufmerksam – zum Beispiel durch das regelmäßige Lesen des schuhkurier-Newsletters.
Es war sein Wunsch, die Nachricht seines Todes an Wegbegleiter und Geschäftspartner zu übermitteln. Mit Franco Fiore verliert die Branche eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg den internationalen Vertrieb italienischer und spanischer Schuhmode mitgeprägt hat.