Am 10. Februar 2026 stellte Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Holding und der IPH Gruppe, auf der Bundespressekonferenz das Frühjahrsgutachten der „Immobilienweisen“ zum deutschen Einzelhandelsimmobilienmarkt vor. Kernbefund: Der Einzelhandel gilt insgesamt als widerstandsfähig, gleichzeitig beschleunigt sich der Strukturwandel. Die Analyse beschreibt eine zunehmende Spreizung zwischen Gewinner- und Verliererformaten. Im Lebensmittelhandel wird für 2010 bis 2025 ein Umsatzplus von 44,8 % genannt, während der Nonfood-Bereich im selben Zeitraum 8,6 % verlieren soll.
Zu den Gewinnern zählt das Gutachten u. a. Discounter (steigende Preissensibilität), zudem setzten Markenhersteller stärker auf eigene Storeformate. Wachstum komme auch aus kleineren City-Formaten großer Flächenbetreiber sowie aus Gesundheits- und Beautykonzepten in hochfrequentierten Lagen. Als stabil wird die Nahversorgung eingeordnet; für Lebensmittel- und Drogerieprodukte wird ein stationärer Umsatzanteil von rund 95 % genannt.
Auf der Verliererseite sieht die Studie besonders den mittelständischen Nonfood-Fachhandel – bei innenstadtprägenden Sortimenten wie Textil, Schuhe und Sport sei der stationäre Umsatzanteil vielfach unter die 50-Prozent-Marke gefallen.
Als strategische Antwort hebt das Gutachten „Retail-Plus“-Konzepte hervor: Standorte sollen Handel stärker mit Gastronomie, Gesundheit, Dienstleistungen und Freizeitangeboten kombinieren. „Entscheidend ist die korrekte Kombination der verschiedenen Nutzungen“, sagte Stumpf. Ziel sei, Frequenz und Objektwerte langfristig zu stabilisieren.