Nach dem Unglück in einer Lederfabrik im hessischen Runkel ist ein fünfter Mensch seinen Verletzungen erlegen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilen, starb der 60-Jährige im Krankenhaus. Er war nicht Teil der Belegschaft der Gerberei, sondern Mitarbeiter eines Rohrreinigungsunternehmens.
Am 16. April waren drei Beschäftigte tot in einer Grube auf dem Betriebsgelände gefunden worden. Zwei weitere Männer wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen und in Kliniken gebracht. Einer von ihnen, ein 35-jähriger Mitarbeiter des Betriebs, verstarb wenige Tage später. „Damit sind alle fünf Beteiligten tot“, sagte ein Polizeisprecher jetzt.
Die genauen Umstände des Unglücks sind weiterhin unklar. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine Vergiftung durch Schwefelwasserstoff „hauptursächlich“ für den Tod der zunächst Verstorbenen gewesen sein. Die Ermittlungen richten sich wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt. Im Fokus stehen unter anderem Fragen zum Arbeitsschutz, etwa ob Atemschutz getragen wurde und ob Gasmessungen in der Grube erfolgt sind.
Der Vorfall hat auch über die Region hinaus für Bestürzung gesorgt. Hessens Innenminister Roman Poseck sprach von einer Tragödie und erklärte, mit vielen Menschen habe er in den vergangenen Tagen vergeblich gehofft. „Jetzt steht das ganze Ausmaß der Tragödie fest.“