Die deutsche Wirtschaft wird 2024 voraussichtlich um schrumpfen. Das gab Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Anfang Oktober bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt soll um 0,2% sinken. Damit senkt die Regierung ihre Prognose für das Jahr von 0,3%. Grund dafür sei eine ausbleibende Erholung im zweiten Halbjahr. Nach dem schwächelnden Vorjahr wäre Deutschland somit das einzige Mitglied der G7-Gruppe, das in diesem Jahr einen Rückgang verzeichnet.
„Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft und hat Befürchtungen über eine mögliche Rezession geweckt, die als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem Rückgang definiert ist“, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Reuters. Aufgrund von strukturellen Problemen und geopolitischen Herausforderungen sei die deutsche Wirtschaft seit 2018 nicht mehr stark gewachsen, so Bundeswirtschaftsminister Habeck.
Die Regierung kündigt indes ein Wachstumspaket mit 49 Maßnahmen an. Diese sollen die Wirtschaft weiter ankurbeln. „Wenn sie umgesetzt werden, wird die Wirtschaft stärker sein und mehr Menschen werden wieder in Arbeit kommen“, sagt Habeck. Um die Pläne umsetzen zu können, muss jedoch das Parlament diesen zustimmen. Neben der Koalitionsregierung benötigt es folglich auch die Zustimmung der Opposition.
Mehr Zuversicht für 2025
Das nächste Jahr soll dagegen deutlich positiver verlaufen. So prognostiziert das Ministerium für die Zeit bis zum Jahreswechsel eine langsame Belebung an. Für das Jahr 2025 erwarte man sogar ein Wachstum von 1,1%, statt der ehemals erwarteten 1,0%. Für das Jahr 2026 gab das Wirtschaftsministerium ebenfalls eine erste Prognose ab: Die deutsche Wirtschaft verzeichne in dem Jahr ein Wachstum um 1,6%. Es werde außerdem erwartet, dass die Inflation weiter zurückgehe und von 5,9% im vergangenen Jahr auf 2,2% im Jahr 2024, 2,0% im Jahr 2025 und schließlich 1,9% im Jahr 2026 sinkt.