Der Gesamtumsatz legte um 1,2% auf 260,4 Mio. Euro zu. Dabei blieben die Umsätze im Inland mit 190 Mio. Euro (+0,2%) nahezu stabil. Der Auslandsumsatz betrug 70,3 Mio. Euro. Dies entspricht einem Plus von 3,8%.
Die Zahl der Beschäftigten ging im ersten Halbjahr 2015 um 6% auf 1.482 Beschäftigte zurück. Die amtliche Statistik erfasst allerdings nur Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt die Lederwaren- und Kofferindustrie in über 100 Firmen über 3.000 Mitarbeiter.
Import- und Exportwachstum
Die Gesamteinfuhren von Lederwaren und Koffern hatten im ersten Halbjahr 2015 einen Wert von 1,3 Mrd. Euro – ein Plus von 6,6%. China bleibt unangefochten Hauptlieferland mit einem Importanteil von 46,5%. Gleichwohl stellte Junkert beim Blick auf die längerfristige Entwicklung fest: „China verliert ein bisschen an Bedeutung. Der Anteil nimmt sukzessive ab.“ Italien mit einem Anteil von 11,4%, Indien (6,8%) und Vietnam (6,0%) folgen auf den Plätzen.
Aus Deutschland wurden Lederwaren und Koffer im Wert von 667,8 Mio. Euro exportiert (+5,7%). Hauptabnehmer bleibt Österreich mit 69,7 Mio. Euro, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Große Einbußen verbuchten Russland und die Ukraine mit einem Minus von 30,3 bzw. 39,4%.
Basierend auf einer Mitgliederbefragung sowie dem Ifo-Geschäftsklimaindex erwartet der HDS/L für den weiteren Verlauf des Jahres, dass sich das aktuelle Bild fortsetzt. Zum Jahresende sollte der Umsatz „leicht im Plus liegen“, so Junkert.
Nachhaltigkeit steht auf der Agenda
Zu den Schwerpunkten der Verbandsarbeit gehört das Thema Nachhaltigkeit. Nachdem der HDS/L vor kurzem ein Kompendium zu Chrom VI-Problematik vorgestellt hat, erarbeitet er derzeit ein System, um die Transparenz der gesamten Lieferkette zu erhöhen. „Das wird für die Firmen ein Hilfe sein, um ihre Prozesse zu dokumentieren und zu kontrollieren“, kündigte Junkert an.