Die Beschäftigtenzahlen haben sich auf einem konstant hohen Niveau bewegt und kletterten in den ersten vier Monaten 2015 auf über 12.000 Mitarbeiter. Gleichwohl sieht der Verband durchaus Anlass zu einger gewissen Sorge: So nahm der Auslandsumsatz im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um -5,1% ab. Auch 2015 setzte sich diese Entwicklung mit einem Minus in Höhe von -2,6% fort. Ein Großteil der Auslandsumsätze wird mit europäischen Kunden gemacht. Hier zeigt sich laut Verband deutlich, dass viele Länder die Krise noch nicht überwunden haben und sich speziell der russische Markt weiter im Rückwärtsgang befindet.
HDS/L wirbt für TTIP
Erneut warb Rieker für eine zügige Umsetzung des Freihandelsabkommens TTIP. Die deutschen Schuhhersteller seien mit einem Exportwert von 3,872 Mrd. Euro jährlich eine stark ausfuhrorientierte Industrie. Sie seien deshalb auf den freien Zugang zu internationalen Märkten angewiesen. Mehr als 80% der gesamten Exporte der deutschen Schuhindustrie gehen derzeit noch in die europäischen Nachbarländer. Die USA spielten dagegen eine auffallend kleine Rolle. 4,1 Mio. Paar Schuhe führen deutsche Schuhhersteller in die USA aus. „Es ist deshalb nahe liegend, dass das Freihandelsabkommen mit den USA wesentliche Impulse für eine Belebung des Außenhandels mit Schuhen zwischen der EU und den USA setzen kann“, so Rieker.
Klares ’Nein‘ zur Made-in-Kennzeichnung
Wiederum unterstrich Rieker das ’Nein‘ des Verbandes zur Made-In-Kennzeichnung. „Wir haben uns gegen eine verpflichtende Ursprungskennzeichnung ausgesprochen, da dies nur mit einem hohen bürokratischen Aufwand umsetzbar und dies zu einer Verteuerung der Produkte führen würde“, so der Verbandsvorsitzende. Die Verordnung trage zudem nichts zur Aufklärung des Verbrauchers bei, da sich aus der Nennung des Landes nichts über die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards im jeweiligen Produktionsbetrieb herleiten lasse. „Darüber hinaus setzt eine solche Verpflichtung handelspolitisch ein falsches Signal und könnte als nichttarifäres Handelshemmnis interpretiert werden. Ich möchte an dieser Stelle nochmals an die europäischen Gesetzgeber appellieren, keine verpflichtende Ursprungskennzeichnung einzuführen“, so Rieker.