Das vergangene Jahr war herausfordernd – und 2024 wird nicht deutlich besser. Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. machte dies anhand der Ergebnisse des letzten Jahres auf den Messen Micam und Mipel in Mailand deutlich: Die deutsche Wirtschaftsleistung sank nach ersten Schätzungen im Jahr 2023, was auch die deutsche Schuh- und Lederwarenindustrie stark beeinflusst. Die Erwartungen an die Zukunft seien deshalb angespannt.
Laut den bisher ausgewerteten Ergebnissen des Vorjahres, die von Januar bis November 2023 reichen, betrug der Gesamtumsatz der deutschen Schuhhersteller rund 2,07 Mrd. Euro. Im Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden im selben Zeitraum 2,03 Mrd. Euro umgesetzt, was somit einen Anstieg um 1,97% bedeutet. Aufgeteilt waren dies einmal ein Inlandsumsatz von 1,55 Mrd. Euro (+2,7%), im Ausland waren es 528 Mio. Euro (+2,3%). Der Handel mit der Eurozone stieg dabei um 3,5% auf 326 Mio. Euro an.
So lief der Außenhandel
In dem angegebenen Zeitraum betrug die Ausfuhr von Schuhen nach ersten Ergebnissen 9,3 Mrd. Euro. Im Jahr zuvor wurden noch 8,77 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Plus von 5,47% entspricht.
Ein Blick auf die einzelnen Segmente offenbart dabei die unterschiedlichen Entwicklungen: So meldet der HDSL einen deutlich negativeren Verlauf bei Schuhen mit Laufsohlen aus Kautschuk – hier wurde in dem Zeitraum mit 59,1 Mio. Paar Schuhen (50,8 Mio. Paare im vergangenen Jahr) ein Minus von 14,0% festgestellt.
Auch die Gesamtzahlen der Einfuhr von Schuhen hat sich deutlich verringert: Waren es in den ersten elf Monaten im Jahr 2022 noch 142 Mio. Paare, wurden 2023 nur 105 Mio. Paare gezählt. Dies entspricht einem Minus von stattlichen 26,1%. Umgerechnet handelt es sich dabei um einen Einfuhrwert von 9,94 Mrd. Euro – im Vergleich zu 11,2 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum, was einen Rückgang um 11,25% bedeutet.
Als wichtigste europäische Handelspartner für Deutschland nennt der HDSL Italien, Polen und Frankreich.
Doch auch hier gab es deutliche Entwicklungen: Der Wert der aus Italien eingeführten Schuhe sank um 8,3% auf knapp 1 Mrd. Euro. Gleichzeitig sank auch die Summe der aus Asien importierten Produkte, wie etwa aus China: 2022 wurde noch ein Gesamtwert von 3,49 Mrd. Euro eingeführt, 2023 (Januar bis November) waren es nur noch 2,67 Mrd. Euro. Somit sank der hier eingeführte Wert um 23,5%. Auch die Einfuhrwerte aus Vietnam und Indien sanken (-6,3% bzw. -1,3%).
Bei den Exporten konnten vor allem in den europäischen Handelsbeziehungen unterschiedliche Entwicklungen beobachtet werden: So wurden in den ersten elf Monaten 2023 ein Gesamtwert von 1,4 Mrd. Euro an Schuhen nach Polen ausgefahren. Mit einem Plus von 27,3% zeigt sich einmal mehr, dass Polen Deutschlands bedeutendstes Ausfuhrland bleibt. Im Vergleich: Nach Frankreich wurden 873 Mio. Euro ausgeführt, was einem Minus von 5,5% entspricht.
Preisentwicklungen und Ausblick
Von Januar bis Dezember 2023 konnte der HDSL eine Verlangsamung im Anstieg der Erzeugerpreise beobachten. So stiegen diese im Indexwert von 120,5 auf 124,2 Punkte, was einem Anstieg um 3,07% entspricht. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 6,1%. Während die gesamte Inflation in dem Zeitraum bei 3,7% lag, pendelten sich gleichzeitig die Verbraucherpreise bei den Schuhen bei rund 3,08% ein.
Dennoch: Die gesamte internationale Lage der Schuh- und Lederwarenwirtschaft bleibt instabil. Förderlich sei dies für das Geschäftsklima nicht, heißt es vom HDSL. Jedoch begrüße man die wachsende Innovation und Kreativität der Hersteller und ihrer Produkte. Da auch in diesem Jahr erneut eine Rekordbeteiligung von Ausstellern aus der deutschen Branche festzustellen war, scheint der Wille groß zu sein, sich im Ausland inspirieren zu lassen und neue Impulse in das neue Jahr mitzunehmen.