Szenenwechsel: Tausende Kilometer entfernt, in New York, entwickelte der dort lebende und arbeitende Designer Jan Wilker im Juli 2023 einen neuen Zugang zu Berkemanns „Holzklasse“. Geprägt von der amerikanischen Denk- und Arbeitsweise brachte er einen neuen Ansatz der Zusammenarbeit ein: geteilte Verantwortung statt starrer Rollenverteilung, direkte Umsetzung statt langer Prozesse. Alle zusammen statt jeder einzeln. Dieses Prinzip wollte er auch in Deutschland etablieren – und kontaktierte daraufhin seine ehemalige Mitschülerin und Freundin Antje-Ann Sturm, Brand Strategin und Mitgründerin der Unternehmensberatung 9Beaufort GmbH, mit der Frage, ob sie Unternehmen kenne, die dafür offen wären. Spontan sei ihr da niemand eingefallen, erzählt diese im Interview mit schuhkurier. Über Nacht kam ihr dann jedoch eine Idee: Vor der Sauna ihres Großvaters stand stets ein bestimmtes Paar Schuhe. Und zwar keine geringeren als die Berkemann-Noppensandalen aus Holz. „Die durfte ich als Kind nicht tragen, weil das damals, Ende der 70er, ein teures Produkt war. Aber ich habe diese Schuhe geliebt“, erinnert sie sich. Sie griff zum Telefon, kontaktierte das Unternehmen – und erreichte schließlich Thomas Bauerfeind, den Geschäftsführer und Vertreter der vierten Unternehmergeneration. Er ist seit 1994 bei Berkemann tätig, seit Beginn der 2000er-Jahre als Geschäftsführer. Der Anruf von Antje-Ann Sturm kam seiner Aussage nach genau zur richtigen Zeit. „Wir waren an einem Punkt, wo wir etwas anders machen wollten“, sagt Thomas Bauerfeind. Er zeigte sich offen für die Idee, das Holzsegment neu auszurichten. „Wir wollten das Produkt verjüngen und mehr als Modethema interpretieren“. Damit war der erste Schritt der Zusammenarbeit getan.